Es gibt Kunst, der in der Verklärung zum Klassiker die Zähne gezogen werden. Und welche, bei der der alte Biss, die Kühnheit, die Frische des Anfangs noch immer zu spüren sind, wie sehr sonst die Zeit den Gestus des Rebellischen der frühen Jahre ins Kanonische entschärft hat. Thelonious Monk, der grosse Einzelgänger des modernen Jazzpianos, gehört zur zweiten Kategorie. Seine sperrige, erratische Klavierkunst war dem Schweigen abgetrotzt (ganz ohne Koketterie!), dem leeren Raum, jeder Einfall so konzentriert und verdichtet, dass er als pure Essenz die verwinkelten Prozesse ahnen liess, die zu ihm geführt hatten. Monk, das war «Straight, No Chaser», wie eines seiner Stücke pro ...