Bis die Flüchtlinge kamen, war Ásotthalom eine vergessene Ecke. Die südungarische Grenzgemeinde zu Serbien ist Wikipedia zwei Sätze und ein paar Zahlen wert: Knapp 4200 Einwohner leben auf 122 Quadratkilometern. Viel Landwirtschaft, blühende Obstbäume, Hasen hoppeln über die Strasse, alles topfeben, der Hauptort Szeged, berühmt für sein Gulasch, liegt wenige Autominuten entfernt. Das Klischee-Ungarn ist keine reine Erfindung.
Der Bürgermeister trifft etwas verspätet ein. Man merkt ihm beim Gespräch die Routine an. Im vergangenen Sommer, als täglich tausend, zweitausend Migranten über die Grenze strömten, empfing László Toroczkai Journalisten im Stundentakt. Er war e ...