In unserer realistischen Welt gibt es kaum noch gute Märchenerzähler. Aber wir haben ja immer noch die Bundesratssprecher. Und ganz viele Journalisten. Manchmal werden Letztere – wie Claas Relotius – als reine Märchenproduzenten blamiert. Meistens kommen sie aber ungeschoren davon. Auch wenn ihre Geschichten schmecken wie Zuckerwasser. Und sich anhören wie Silberglöckchen. Einfach nur niedlich, lieblich und süss.
Nehmen wir beispielsweise die Weihnachtsnummer der Schweizer Illustrierten zur Hand. Betrachten wir jetzt das Editorial von Werner De Schepper. Das schönste Märchen – so dachte sich der Co-Chefredaktor – ist eines, in d ...