Die Formulierung des Themas unterstellt, dass Wahrheit etwas ist, von dem man sich nicht etwa so viel wie möglich verschaffen sollte, sondern so viel, wie man wirklich braucht. Also, nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel. Wenn zu viel, dann heisst das, es gibt auch Wahrheiten, die man nicht braucht, entweder weil sie unnütz sind oder vielleicht auch weil sie unerträglich sind? Woraus sich dann die Frage ergäbe: Wie viel Wahrheit verträgt denn überhaupt der Mensch? Denken Sie an eine ungünstige ärztliche Diagnose. Bisweilen wird sie zurückgehalten, oder der Betroffene will nichts davon wissen. Soll ich mir zum Beispiel eine durch Gen-Analyse gestützte Prognose zumuten, die mich wo ...