Unter den zahlreichen Siegen, die Napoleon auf den Schlachtfeldern Süd- und Mitteleuropas errungen hat, nimmt der von Austerlitz, der sich am 2. Dezember zum zweihundertsten Mal jährt, eine besondere Stellung ein – vielleicht auch, weil Tolstoi der Schlacht in seinem monumentalen Roman «Krieg und Frieden» eine eindrucksvolle Darstellung gewidmet hat.
Bei Austerlitz hatte Napoleon den Mythos seiner Unbesiegbarkeit in einer riskanten Lage gefestigt: Er war tief in feindliches Territorium eingedrungen, der Winter stand vor der Tür, die Heranführung von Nachschub begann schwierig zu werden. Napoleon musste siegen. Eine Niederlage wäre einer Katastrophe gleichgekommen. Ein Vermeiden die ...