Weltwoche: In ausländischen Medien sind Sie oft als kolumbianische Jeanne d’Arc bezeichnet worden. Gefällt Ihnen dieser Vergleich?Ingrid Betancourt: Ja, sie war eine Frau, die für ihre Ideale und Werte gekämpft hat. Auch ich bin bereit, alles aufs Spiel zu setzen.
Wirklich alles?Ich will mich nicht damit abfinden, im heutigen Kolumbien zu leben. Mir gefällt nicht, was ich sehe: die Ungerechtigkeit, die Gewalt, die Lügen, die Korruption. Mir missfällt, dass das Establishment die Reformen verhindert hat, die mein Land braucht. Hier wird man auf feige Art getötet: von hinten, mit einer Autobombe. Und trotzdem müssen wir Kolumbianer bereit sein, uns dem Kampf zu stellen. Wir müssen o ...