Als Ernst von Wolzogen am 18. Januar 1901 in Berlin das «Überbrettl» und damit das erste Kabarett Deutschlands eröffnete, versprach er: «Geboten wird Kabarett als gehobene Unterhaltung mit Kunstanspruch. Kaisertreu und marktorientiert, steht das unkritische Amüsement im Vordergrund.» Von Wolzogen läutete damit das goldene Zeitalter des deutschen Kabaretts ein, das sich allerdings entgegen seiner Prognose bald als kritischstes Amüsement überhaupt etablierte, im Kaiserreich und später in der Weimarer Republik. Bis zu Adolf Hitlers Machtergreifung sorgten die schärfsten Geister und die begabtesten Schauspieler der Zeit dafür, dass die Zuschauer sich Abend für Abend «scheckig lach ...