Mittwoch, 19. Januar – Noch elf Tage bis zur Wahl. Ausländische Beobachter, wie sie jüngst zu Tausenden in die Ukraine und zu Hunderten nach Palästina strömten, wird es im Irak keine geben. Die Sicherheitslage macht dies unmöglich. Die Last der Überprüfung von Fairness und Korrektheit dieses Urnengangs ruht, wie so vieles, allein auf den Schultern der Iraker.
Ich treffe mich mit Dhafer Hassan. Er hat ein Seminar der deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung besucht, auf dem Iraker ausgebildet wurden, die die Wahlen als unabhängige Beobachter begleiten wollen. Der 22-jährige Technikstudent ist vielleicht nicht typisch für die irakische Jugend. Politisch sensibilisiert wurde er in seiner ...