Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.» Ein Satz, so einfach und klar. Doch selten hat ein einziger Satz die Philosophie-, ja die Gesellschaftsgeschichte so beeinflusst. Und kaum ein Satz ist so missverstanden worden, sowohl von seinen Verfechtern als auch von seinen Kritikern. Das liegt vermutlich auch daran, dass kaum jemand das Buch gelesen hat, aus dem er stammt. Oder zumindest die Seite, auf der man ihn findet. Denn nach der weltberühmten Sequenz geht es folgendermassen weiter: «Kein biologisches, psychologisches, wirtschaftliches Schicksal bestimmt die Gestalt, die das weibliche Menschenwesen im Schoss der Gesellschaft einnimmt.»
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