Wie kommt es, dass Literatur in dem Mass an Bedeutung zu verlieren scheint, in dem die Freiheiten in einer Gesellschaft zunehmen? Anders gefragt: Wann waren Sie zum letzten Mal bereit, für einen Roman Ihr Leben zu riskieren? Azar Nafisi hat bis vor acht Jahren im Iran Bücher gelesen und trotzdem überlebt, und sie hat gelesen, um zu überleben. Wobei es sich dabei um viele Romane handelte, unter anderem um Werke von Vladimir Nabokov, F. Scott Fitzgerald, Henry James und Jane Austen. Die 1955 in Teheran geborene und heute an der Johns Hopkins University in Washington, D. C., lehrende Autorin beschreibt in ihren Erinnerungen «Lolita lesen in Teheran», wie es ist, wenn das Lesen von Literat ...