«Okay, das Interview steht», sagt der Mann von der Plattenfirma: «Mittwoch, ein Uhr, Hotel ‹Zürichberg›.» Ich denke: «Yeah, baby, ein Uhr nachts, in einer Suite hoch über der Stadt Champagner trinken, schäkern – that’s rock ’n’ roll.» Doch der Realitäts-Check zeigt ein nüchterneres Bild: 13 Uhr, zwei Korbsessel im alkoholfreien Restaurant, Eptinger rot und Coke light – Sina ist nicht Janis Joplin. Im angrenzenden Saal wird Kindergeburtstag gefeiert.
Ursula, Bühnenname Sina, ist Popmusikerin. Musiker darf man duzen, auch wenn sie über dreissig sind. Ihr aktuelles Album «Bescht of» ist seit fünf Wochen in der Hitparade. Sie gibt dieses Jahr siebzig Konzert ...