Als es um die Entscheidung zwischen dem guten Ruf Deutschlands in Europa und dem Versuch zur Rettung der eigenen politischen Haut ging, zögerte Gerhard Schröder keine Sekunde. 2002 istWahljahr in der Berliner Republik. Da müssen Sündenböcke gefunden werden. Und so zog der Kanzler, gegen den ausdrücklichen Rat von Aussenminister Joschka Fischer und Finanzminister Hans Eichel, öffentlich gegen die Absicht der Brüsseler Kommission zu Felde, seine rot-grüne Koalition wegen des rapide steigenden deutschen Staatsdefizits abzumahnen.
Ohne Rücksicht auf Verluste ging der Sozialdemokrat gegen diese angeblich eurokratische, vielleicht gar von seinem christlichsozialen Rivalen Edmund Stoiber ...