In einem seiner Aufsätze zum Theater, die auf listige Weise bisweilen mehr verwirren als klären, verhandelt Friedrich Dürrenmatt den Gegensatz von Fülle und Konzentration; vom Künstler, der zum Huhn, und dem, der zum Ei tendiere. Dass er selbst den von Reichtum über die Abstraktion stelle, war schon mal geflunkert. In Wahrheit spielt sich alle Kunst zwischen beiden Polen ab, zwischen ausladender Instrumentierung und kammermusikalischer Essenz.
Im Fall von Carla Bley sind die grossen Besetzungen zwar immer noch durchsichtige, glasklar organisierte Verbände (verglichen mit einem, sagen wir: Wagner-Orchester). Aber auch die grosse, ebenso witzige wie tiefsinnige Komponistin hat im ...