Wenn die Zukunft Insolvenz anmeldet, hat die Endzeit auf der Leinwand Konjunktur. In den fünfziger Jahren war es die Angst vor der Atombombe («Das letzte Ufer», 1959), in den Siebzigern die Hiobsbotschaften drohender Überbevölkerung («Soylent Green», 1973), und heute ist die Moderne vom Ressourcen-Crash bis zum Klimawandel schwer in der Bredouille. Das lockt die Unterhaltungsbranche. Und weil Endzeit spannend sein muss, ähneln die Untergangsszenarien der Zerfallsromantik künstlicher Ruinen aus dem späten 18. Jahrhundert. Auch sie war ein Wehklagen wegen des Industrialisierungsbeginns. Heute streift man wieder schaurig entzückt durchs postkatastrophale Dekor leerer Boulevards, verg ...