Raffe mich nicht hin mit den Frevlern und mit den Übeltätern, die freundlich reden mit ihrem Nächsten, aber Böses hegen in ihren Herzen. (Psalm 28,3) _ Diese Übeltäter scheinen sich zu verstellen. Das Verstellen gehört gemäss Helmuth Plessner, dem anthropologischen Philosophen, zum Menschen schlechthin. Nur der Mensch ist fähig, sich gleichsam von aussen zu betrachten und seine Aussenwirkung zu reflektieren. Deshalb verstellt oder benimmt er sich. Das ist ein Erfordernis des zwischenmenschlichen Umgangs. Es kann aber auch zur Heuchelei werden. Freundliche Sprüche und Taten können dazu dienen, ganz andere Absichten zu verdecken.
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