Dass der Jazz im Wesentlichen improvisierte Musik sei, stimmt, aber nur ein bisschen. Es gibt auch in dieser Kunst so etwas wie die Genie-Lüge. Die spontane Erfindung aus dem Nichts ist eine Fiktion. Auch der Improvisator ist in ein doppeltes Netz verstrickt: das der eigenen Biografie und das der so genannten Jazzgeschichte, der beträchtlichen Summe aller Individualstile. Gelegentlich machen die nur eine besonders dringliche, also unverwechselbare Tonqualität aus – bei Johnny Hodges, bei Dexter Gordon, bei Ben Webster, Jan Garbarek, Charlie Mariano; manchmal sind es besondere rhythmische Qualitäten, wie Louis Armstrongs unvergleichliche Portato-Viertelnoten (die den, der das Ohr dafür ...