Kaum jemand beherrscht derzeit das Denken der Menschen in der Schweiz so wie Nino Künzli – und dennoch kennt ihn fast niemand. Dabei wurde er im September 2000 «über Nacht berühmt», wie das Gratisblatt Baslerstab schrieb. Denn der Forscher am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Basel veröffentlichte damals mit seinem Team im renommierten Medizinjournal Lancet eine Studie, die Aufsehen erregte: Er gab dem Feinstaub in den Autoabgasen die Schuld an jährlich 20000 Todesfällen in Frankreich, Österreich und der Schweiz.
Ebenso schnell, wie er Prominenz erlangte, geriet Nino Künzli wieder in Vergessenheit. Aber seine Studie nicht: Darauf berufen sich alle, wenn sie die ...