Am 15. September gab der US-Handelsminister Scott Bessent bekannt, dass zwischen den Vereinigten Staaten und China eine Rahmenvereinbarung über die Kontrolle von Tiktok in den Vereinigten Staaten erzielt worden sei.
Warum ist das wichtig?
_ Aus nationalen Sicherheitsgründen hatte Donald Trump bereits im Januar damit gedroht, Tiktok in den Vereinigten Staaten zu verbieten. Es handelt sich aber um die beliebteste App in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen.
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_ Diese Vereinbarung zeigt den gemeinsamen Willen der USA und Chinas, ihre wirtschaftlichen und technologischen Rivalitäten zu überwinden. Sie ist Teil der umfassenderen Handelsverhandlungen, die spätestens im November dieses Jahres abgeschlossen sein sollen.
Gut zu wissen
_ Der Einfluss auf die Generation Z ist einer der Gründe, warum Washington die Kontrolle über Tiktok übernehmen will, das dem chinesischen Unternehmen Bytedance gehört. Die Befürchtungen der USA reichen vom Risiko der Desinformation und Manipulation bis hin zum Missbrauch der gesammelten Daten.
_ Gemäss der getroffenen Vereinbarung wird ein neues amerikanisches Unternehmen gegründet. Das Kapital dürfte 50 Milliarden Dollar übersteigen. Microsoft, Amazon und Oracle sollen in den Startlöchern stehen.
_ Weltweit hat sich Tiktok zu einem der führenden sozialen Netzwerke entwickelt, mit 1,6 Milliarden Nutzern pro Monat, davon 118 Millionen allein in den Vereinigten Staaten, was einem Drittel der Bevölkerung entspricht. 70 Prozent der Nutzer sind unter 35 Jahre alt.
Was folgt
_ Dieses Abkommen ist das Ergebnis der vierten Verhandlungsrunde zwischen den USA und China. Die erste fand im Mai in Genf statt. Es soll ein fünftes Treffen folgen, diesmal auf Ebene der Präsidenten Xi Jinping und Trump, um ein umfassendes Handelsabkommen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt zu besiegeln.
_ Sollte dieses Abkommen zustande kommen, hätten die Vereinigten Staaten und China die ersten Weichen für eine neue Weltordnung gestellt, die auf dem Duopol Peking—Washington basiert.
PS:
Die erste diplomatische Annäherung zwischen China und den USA fand 1971 nach der China-Tournee der amerikanischen Tischtennis-Nationalmannschaft statt. Darauf folgte 1972 der Besuch des amerikanischen Präsidenten Nixon bei Mao Zedong. Dieser diplomatische Coup, der Henry Kissinger zugeschrieben wird, wurde umgangssprachlich als «Pingpong-Diplomatie» bezeichnet.
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