Es tönte wie Berichte aus Berlin, was der Stadtrat von Winterthur in zwei wohldosierten Raten – die erste im Mai, die zweite Ende August – verlauten liess: 55 Millionen Franken Defizit in einem Budget von 1,4 Milliarden, «strukturelles Defizit», wie CVP-Stadtpräsident Mike Künzle betonte. «Strukturell» ist ein vornehmes Wort für «Nicht wegzuputzen» oder «Kommt jedes Jahr wieder».
Zur forcierten Depression auf der politischen Bühne passte der wirtschaftliche Schlag, den das schon aus historischen Gründen ewig geknickte Selbstbewusstsein von Winterthur vergangene Woche erhalten hat. Die Erben der Besitzerfamilie verkauften die bisher selbständige 177-jährige Tageszeit ...