Eine fehlte am Begräbnis: Carla Del Ponte, die Chefanklägerin in Den Haag, hatte – wohl auf Bitten der Regierung in Belgrad – darauf verzichtet, dem erschossenen serbischen Premier die letzte Ehre zu erweisen. Dabei hat sie ihm ihren prominentesten Häftling zu verdanken: Slobodan Milosevic.
Die Auslieferung des Mannes, der Jugoslawien mit Krieg überzogen hatte, ist eines der bleibenden Verdienste Djindjics. Er setzte sie durch – gegen die öffentliche Meinung und gegen die Widerstände im eigenen Lager, nicht aus innerster Überzeugung, sondern weil ihn die USA finanziell erpressten. Als in Belgrad 1999 die Nato-Bomben fielen, flüchtete Djindjic ins sichere Montenegro. Aus guten ...