Eine von Thelonious Monks bekanntesten Kompositionen trägt den Titel «Straight, No Chaser». Das war zunächst eine scherzhafte Anspielung auf die exzessiven Trinkgewohnheiten des genialsten Exzentrikers des modernen Jazz («straight» ist im Vokabular amerikanischer Barkeeper der klare Schnaps, «chaser», das Bier hinterher). Die alkoholische Metapher hatte allerdings ihren tieferen Sinn. Monk, dessen sperrige Kunst dem Schweigen abgetrotzt war, dem leeren Raum gewissermassen, war der grösste Essenzialist des Jazz, auch in seiner Ästhetik ein Freund des Hochprozentigen. Er liebte zeitlebens kleinformatige Bands, flüssige Tenorsaxofonisten und swingende Rhythmusgruppen, gegen die er ...