Um einen Zeitroman zu schreiben, gibt es zwei Möglichkeiten. Die schwierigere besteht darin, ihn in der Gegenwart spielen zu lassen; aber das Ergebnis kann tendenziös und unglaubhaft ausfallen. Einfacher ist es deshalb, ihn in der Vergangenheit anzusiedeln, so dass die eigene Meinung sich im Mantel der Historie verbirgt. Hat man die erklärte Absicht, «mit zwei Millionen Füssen Johannes Paul II. in den Arsch zu treten», so erledigt man das am besten hintenrum und verlagert die literarische Aktion in eine passende Epoche, zum Beispiel die Lutherzeit. Genau das tut ein unter dem Nom de Guerre «Luther Blissett» auftretendes italienisches Autorenkollektiv, bestehend aus den bislang unbeka ...