Zumindest in der Theorie ist unser Föderalismus eine famose Erfindung. Er setzt auf dezentrale, bürgernahe Entscheidungen und einen Wettbewerb zwischen den Gebietskörperschaften. Damit garantiert er einen schlanken Staat und hohe Effizienz. Die Statistiken zeigen freilich ein anderes Bild: Der Wettbewerb zwischen den Kantonen ist gering, die Staatsquote steigt, und das Wirtschaftswachstum tendiert seit zehn Jahren gegen null. Theoretischer Anspruch und Realität klaffen auseinander.
Eine zentrale Schwäche des schweizerischen Föderalismus liegt darin, dass sich die postulierte Übereinstimmung zwischen den politischen Entscheidungsräumen und den tatsächlichen Lebensräumen im Laufe der ...