Ist das ein Witz? Hält ein renommierter, vom Erfolg gesättigter Schriftsteller seine Leser mit einer heimlichen Fäkalienleidenschaft zum Narren? Peter Handke, ein für allerlei Bocksprünge bekannter Schriftsteller, widmet sein neustes Buch dem WC. Sein schmales Bändchen mit dem noblen Titel «Versuch über den Stillen Ort» lässt schon auf den ersten Seiten keinen Zweifel, dass damit eine ganz gewöhnliche Toilette gemeint ist, in der das Vornehme ins Animalische und das Kultivierte ins gewöhnlich Körperliche kippt. Ach, dass dieses Thema umso verbrämter und tabuisierter wird, je zivilisierter eine Gesellschaft ist – was kümmert ihn das.
Wie seit je ist Peter Handke allerdings a ...