Zum Umgang mit Amerika
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Die Weltwoche

Zum Umgang mit Amerika

Zum Umgang mit Amerika

Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.

In Europa wird die Debatte über US-Präsident Donald Trump, seine Entourage und seinen Führungsstil vor allem durch psychologisierende oder politologische Erklärungsversuche geprägt. Die meisten Beiträge sind moralisierender Art und entsprechend normativ-verurteilend. Sie unterstellen Trump Dummheit oder Bösartigkeit oder beides.

Demgegenüber versuchen Ivan Adamovich, Volkswirtschaftler von der Universität Freiburg i. U. und CEO der Private Client Bank AG Zürich, und ich als früherer Bankier mit einiger Amerika-Erfahrung, in einem Thesenpapier den Gedanken eines relativ konsistenten Vorgehensplans der Regierung Trump durchzuspielen.

Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.
Ausstiegsszenario: Präsident Trump.
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Basierend auf der ökonomisch geprägten Erkenntnis, dass die Stellung der USA als globaler Hegemon kaum mehr lange aufrechtzuerhalten sein wird, ist es naheliegend, der Regierung Trump ein gezieltes Ausstiegsszenario zu unterstellen. Weder das Ungleichgewicht im Welthandel – Produktion in China, Konsum in den USA, vorfinanziert durch den Verkauf von US-Treasuries – noch die hohen Sicherheitsaufwendungen können nachhaltig sein. Schulden und Zinsendienst wachsen rascher als die US-Wirtschaft. Aber wie schafft man den Ausstieg aus einer solchen Lage? Indem man die ganze Welt ratlos werden lässt, so unsere These. Der zu mehreren Malen erfolgte Vertrauensbruch namentlich auch gegenüber engsten Verbündeten und Freunden weist in diese Richtung, ebenso die volkswirtschaftlich kontraproduktiv wirkenden Zollmassnahmen und nicht zuletzt das verletzende Verhalten auf diplomatischer Ebene, zum Beispiel gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj.

Die meisten Beiträge sind moralisierender Art und normativ-verurteilend.

Die Situation eines Hegemonen ist insofern immer unkomfortabel, als sich durch seine Protektion eine Art Allmende ergibt, mit den bekannten Problemen der Übernutzung und des Trittbrettfahrens – dies wird von Seiten der USA vor allem Europa bei jeder Gelegenheit vorgehalten. Im Vordergrund steht aber vor allem die finanzielle Belastung des Hegemonen, seine Leistung wird nicht vollständig abgegolten und wird immer weniger tragbar.

Ein ausgesprochenes Chaos

Die Transformation fällt allerdings anspruchsvoll und risikoreich aus. Im Papier werden drei Szenarien dargestellt, wie die Abkehr der USA vom Hegemonismus mittelfristig ablaufen könnte. Entweder gelingt das Manöver relativ schmerzlos und zielführend, was vor allem von der Bewältigung der Schuldenfrage abhängt. Oder die Welt rafft sich zu einer Art Restauration auf, wie das einst nach der Französischen Revolution geschah. Oder es herrscht über längere Zeit ein ausgesprochenes Chaos mit allen möglichen Ausprägungen militärischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Natur.

Man tut gut daran, so unsere Meinung, sich auf die beiden disruptiven Varianten vorzubereiten, inklusive des Chaos. Das bedeutet zugleich, dass der Einzelne und der machtarme Kleinstaat für ihr Überleben in Freiheit und Wohlstand deutlich mehr aufwenden müssen als bisher.

 

Konrad Hummler ist ein Schweizer Unternehmer, Publizist und ehemaliger Privatbankier und hat kürzlich den Essay «Vom Umgang mit Amerika» verfasst.

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