Wenn man sagen müsste, welches Ereignis die Niederlande in jüngster Zeit am stärksten verändert hat, dann wäre es die Ermordung Pim Fortuyns am 6. Mai 2002. An diesem Tag wurde der riesenhafte, glatzköpfige, schwule Einwanderungskritiker von einem Umweltaktivisten auf einem Parkplatz erschossen. Freilich hatte das unaufgeregte technokratische Land, in dem ich aufgewachsen bin – eine flache Schweiz, könnte man sagen, und etwas toleranter –, schon vorher Auflösungserscheinungen gezeigt.
Doch diese Entwicklung hat sich seit Fortuyns Ermordung beschleunigt. Einige markante Punkte: die geladene Pistole, die dem sozialdemokratischen Politiker Ad Melkert per Post zugestellt wurde; die ...