Ein Unflat im Anzug, ein respektloser Bürgerschreck, der ein genialisches Künstlertum zelebrierte: Martin Kippenberger war ein Macho und ein Provokant, dem manche Kritiker selbst dann noch mit Ablehnung begegneten, als es galt, einen Nachruf zu schreiben. «Er war kein guter Mensch, er war kein schlechter Maler.» Die Berliner Tageszeitung brachte die Skepsis, die Kippenberger nicht nur bei der Linken auslöste, auf den Punkt. Heute, sechs Jahre nach seinem trotz exzessivem Lebensstil viel zu frühen Tod, hätte Martin Kippenberger seinen 50. Geburtstag gefeiert. Natürlich ist er unterdessen zum Mythos geworden.
In der Rückschau ist vielen klar, dass Kippenberger Wesentliches vorweggeno ...