Eineinhalb Jahre hatten sie gestritten. So schonungslos, wie es zwei Geisteskriegern der europäischen Polit-Kunst ziemt. Die Front war deutlich: Hier wetterte der in Basel lebende deutscheHochhuth, 71. Da zürnte der griechisch-französische Filmer Constantin Costa-Gavras, 69, wohnhaft in Paris. Hochhuth engagierte einen Anwalt und Costa-Gavras seine Frau, die jenem nahe legte, das Filmset ihres Mannes ja nie zu betreten. Doch nun, an einem sonnigen Samstag in Basel, sollte alles anders werden, sollte endlich Ruhe einkehren in die quälende Auseinandersetzung um die Verfilmung eines grossen Theaterstücks.
Punkt 11 Uhr. In der Steinenvorstadt hatte sich eine kleine Gruppe versammelt. Vor de ...