Winckelmann, Herder oder Tischbein waren ihre Freunde. Goethe bezeichnete sie als die vielleicht kultivierteste Frau Europas, und das Vermögen, das sie sich mit ihrer Kunst erarbeitet hatte, war exorbitant: die 1741 geborene Malerin Angelika Kauffmann war in jeder Beziehung eine Ausnahmeerscheinung. Eine begabte Künstlerin, aber auch eine clevere Unternehmerin, die ihr Netzwerk geschickt zu knüpfen verstand. Wenn das Vorarlberger Landesmuseum ihr demnächst eine grosse Retrospektive ausrichtet, dann wird eine Berühmtheit gefeiert, die in Österreich fast jeder kennt: das Konterfei der 1741 in Chur Geborenen schmückte den 100-Schilling-Schein.
Zwar reden alle vom Ruhm der Malerin, jedoc ...