Alle Kunst, die diesen Namen verdient, ist ein Neubeginn. Und alle Kunst steht in einem Zusammenhang, in einer Geschichte, selbst wenn sie sich noch so abrupt von der abkoppeln will. Treten die Söhne berühmter Väter deren Erbe an, stellt sich dieses grundsätzliche Paradox mit besonderer Schärfe. Sie sind gefangen im Zwiespalt zwischen Rebellion und Ahnenkult, und wenn der Vater gar als Schatten auf einer ganzen Generation von Nachgeborenen lastet, nimmt das Dilemma mythologische Dimensionen an. Als John Coltrane 1967 erst vierzigjährig starb, war sein Sohn Ravi gerade zwei. Und Matthew Garrison, der Sohn von Coltranes Bassist Jimmy Garrison, verlor seinen Vater 1976 mit fünf. Da ...