Dass die alten Herren auf dem Doppelporträt des Malers Ernst Würtenberger, in den bekränzten Rahmen einer Weinlaube über dem Zürichsee entrückt, Freunde waren, ist aus der Körpersprache der beiden nicht zu schliessen. Dies ist auch kein aus dem Leben gegriffenes Bild, sondern ein imaginäres Grabmal, entstanden 1905 nach separaten Fotografien. Da waren beide schon mehrere Jahre tot – Gottfried Keller ist 1890 in Zürich gestorben, Arnold Böcklin 1901 in Fiesole bei Florenz.
Der eine, als Selbstporträtist sichtlich erfahren in der Selbstinszenierung, fixiert hier mit gewölbter Brust die Kamera. Der andere, ganz in sich selbst versunken, ist auch sitzend ein ganzes Stück kle ...