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Die Weltwoche

Ticker: Fall Epstein

14.02.2026
Benjamin Bögli

Benjamin Bögli

«Bist du high?»: Joe Rogan taucht in den Epstein-Files auf – weil er ihn nicht treffen wollte

Bild: SYFY / NBCU Photo Bank/NBCUniversal via

Nach der Veröffentlichung von zusätzlichen drei Millionen Seiten «Epstein Files» des amerikanischen Justizministeriums am 30. Januar grenzt es schon fast an ein Wunder, wenn man als Prominenter nicht genannt wird.

Das Problem daran ist, dass die Person dann sofort öffentlich verurteilt wird, auch wenn sie sich nichts hat zu Schulden kommen lassen.

Die absurden Blüten, welche die jedermann einsehbaren Akten treiben, seien hier am Beispiel des weltweit erfolgreichsten Podcasters Joe Rogan aufgezeigt.

Der Fall liegt fast zehn Jahre zurück. Lawrence Krauss, ein theoretischer Physiker aus Kanada war 2017 Interview-Gast bei Rogan. Der berühmte Wissenschaftler stand damals per E-Mail in Kontakt mit Jeffrey Epstein. In diesem Austausch erzählte Epstein Krauss, er habe ihn in Rogans Podcast gesehen, den Moderator «lustig» gefunden und er bat Krauss ihn (Epstein) Rogan vorzustellen. Das Treffen kam nie zustande.

Rogan erklärte diese Woche, dass er das Angebot sofort abgelehnt hatte und sagte: «Ich bin in den Akten, weil Jeffrey Epstein mich treffen wollte und ich nicht hingegangen bin.» Rogan weiter: «Ich dachte nur: ‘Bist du high’», als Krauss das Treffen mit Epstein vorschlug.

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13.02.2026
Alex Baur

Alex Baur

Keiner wagt es, Jeffrey Epstein zu verteidigen. Höchste Zeit für einen Versuch

Bild: CRISTOBAL HERRERA-ULASHKEVICH / KEYSTONE

Mein Kommentar auf Weltwoche online, in dem ich die Hexenjagd gegen den prominenten Freundes- und Bekanntenkreis von Jeffrey Epstein als Bankrott des Rechtsstaates kritisiert habe, ist bei vielen Lesern ganz schlecht angekommen. Mir wird vorgeworfen, ich würde schwere Delikte verharmlosen.

Tatsächlich ging es in meinem Text gar nicht um die Delikte von Epstein und dessen langjähriger Lebenspartnerin Ghislaine Maxwell. Sondern um Leute aus seinem Umfeld, die nun einem «medialen Lynchmob» zum Frass vorgeworfen werden, obwohl ihnen gar kein Delikt zur Last gelegt wird.

In einem Punkt haben meine Kritiker allerdings recht: Ich hege tatsächlich den dringenden Verdacht, dass die Anschuldigungen gegen Epstein und Maxwell masslos übertrieben und aufgebauscht sind.

Sex, Geld und Macht, das ist der Stoff, der die schmutzigen Fantasien zu Höchstleistung stimuliert. Vor allem bei jenen, die daran nicht teilhaben. Gerüchte und Spekulationen schiessen ins Kraut. Ich halte mich deshalb strikt an das, was objektiv feststeht und gerichtlich festgehalten worden ist.

2005 kam es in Palm Beach, Florida, zu einer Anzeige, weil sich der Milliardär Jeffrey Epstein von einer 14-Jährigen nackt massieren liess. Dreizehn Monate lang ermittelte die lokale Polizei, zum Teil verdeckt, bei einer Hausdurchsuchung wurden zahlreiche Unterlagen sichergestellt, später wurde auch das FBI eingeschaltet. 2008 wurde Epstein zu einer für US-Verhältnisse äusserst milden Strafe von achtzehn Monaten Haft verurteilt. In einem geheimen plea bargaining (aussergerichtlicher Vergleich) hatte sich Epstein zu einer Zahlung an Opfer verpflichtet, die angeblich in die Millionen ging. 2019 wurde Epstein erneut verhaftet, durch Selbstmord entzog er sich einem erneuten Prozess. Seine langjährige Freundin und Partnerin Ghislaine Maxwell wurde 2021 wegen sex trafficking (Förderung der Prostitution/Menschenhandel) in fünf Fällen aus dem Zeitraum 1994 bis 2004 verurteilt.

Zu weiteren Anklagen oder Verurteilungen kam es in diesem Zusammenhang nicht, obwohl die US-Staatsanwälte einen Berg von sechs Millionen Akten angehäuft hatten. Dafür gibt es nur zwei mögliche Erklärungen: Entweder behindert irgendeine dunkle Macht die Justiz – oder es liegt schlicht und ergreifend nichts Strafbares vor. Ich neige zur zweiten These, aus folgenden Gründen:

⁠Die Strafuntersuchung wurde unter der Regierung Trump eröffnet, danach lag sie während vier Jahren in den Händen der Biden-Regierung; wenn man auch nur den leisesten Hinweis gefunden hätte, den man gegen seinen jeweiligen politischen Gegner hätte ausschlachten können, beide Parteien hätten es zweifellos getan.

⁠Keine Staatsanwaltschaft der Welt trägt sechs Millionen Aktenstücke zusammen, um diese nicht zu verwenden; die ausufernden Ermittlungen erhöhten vielmehr den Druck, ein Resultat vorzuweisen und irgendeinen Sündenbock vor Gericht zu bringen. Dass dies bislang nicht geschehen ist, weist darauf hin, dass es diese Delikte nicht gibt.

⁠Wir wissen nicht, welche Sexpraktiken Epstein bevorzugte. Gerade bei Sex und Prostitution gibt es einen Graubereich, vor allem wenn die Handlungen auf dem Massagetisch stattfinden. Der Übergang von einem grosszügigen Honorar oder Trinkgeld und dem für eine explizite sexuelle Dienstleistung vereinbarten Tarif ist fliessend, zwischen einer einseitigen erotischen Stimulation und Geschlechtsverkehr liegt doch ein wesentlicher Unterschied. Hätte die Staatsanwaltschaft 2008 nach ihren umfangreichen Ermittlungen über eindeutige Beweise für eine solide Anklage verfügt, sie hätte sich kaum auf einen milden Deal eingelassen.

Nun gibt es zwar zahlreiche aussergerichtliche Zeugnisse von mutmasslichen Opfern. Doch – sorry – in Anbetracht der völlig irren Genugtuungssummen sind diese mit höchster Vorsicht und Zurückhaltung zu gewichten. Allein im Entschädigungsfonds aus Epsteins Nachlass winken 121 Millionen Dollar, dazu kommen 150 Millionen aus dem Wiedergutmachungsfonds von J. P. Morgen plus 75 Millionen von der Deutschen Bank. Wenn derartige Summen auf dem Spiel stehen, wird es für Betroffene sehr schwierig, dem Narrativ zu widersprechen, welches die aufgebrachte und geifernde Meute erwartet.

Jede sexuelle Handlung von Erwachsenen an Minderjährigen ist kriminell, empörend und wird zu Recht bestraft. Doch der Rechtsstaat unterscheidet sich auch dadurch von der Lynchjustiz, dass er nicht jedes Delikt mit der Höchststrafe sanktioniert. Je nach Schwere der Straftat und des individuellen Verschuldens und nach einer fairen Anhörung aller Argumente und Einordnung aller Umstände sind Strafen von einer Busse bis zur Hinrichtung möglich. Und im Zweifel gilt die Unschuldsvermutung, selbst für Epstein und Konsorten.

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Fall Epstein: Razzia bei Norwegens Ex-Regierungschef

Bild: YOAN VALAT / KEYSTONE

Im Zuge neuer Enthüllungen im Fall Epstein hat die norwegische Polizei die Wohnung des früheren Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland durchsucht. Das bestätigte sein Anwalt Anders Brosveet, wie die Zeitung Die Welt berichtet. Gegen Jagland wird wegen des Verdachts auf schwere Korruption ermittelt.

Nach Angaben der Zeitung Verdens Gang durchsuchten Beamte der norwegischen Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität sowohl Jaglands Wohnung in Oslo als auch sein Haus an der Ostküste des Landes. Die Ermittlungen kamen demnach nach der Veröffentlichung neuer Epstein-Akten ins Rollen.

Am Vortag hatte der Europarat auf Antrag Norwegens die Immunität Jaglands im Zusammenhang mit seiner Amtszeit als Generalsekretär von 2009 bis 2019 aufgehoben. Der heute 75-jährige Sozialdemokrat stand nach seiner Zeit als Regierungschef an der Spitze der Strassburger Menschenrechtsorganisation und war zudem Vorsitzender des norwegischen Nobelkomitees.

Die Ermittler prüfen Jaglands Kontakte zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Gemäss Medienberichten soll Jagland während seiner Zeit im Europarat in Epsteins Apartments in Paris und New York übernachtet sowie dessen Anwesen in Palm Beach besucht haben.

Jaglands Anwalt erklärte der Nachrichtenagentur NTB, sein Mandant kooperiere mit den Behörden. Zugleich sei er der Auffassung, dass keine Umstände vorlägen, die eine strafrechtliche Verfolgung rechtfertigten.

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12.02.2026
Rafael Lutz

Rafael Lutz

Epstein-Files: Mutmassliches Opfer fordert Haftbefehl gegen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wegen «Menschenhandel mit jungen Frauen»

Bild: GIAN EHRENZELLER / KEYSTONE

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird mit den kriminellen Handlungen des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein in Verbindung gebracht. «Vielleicht können wir einen Haftbefehl gegen Selenskyj beantragen wegen Menschenhandel mit jungen Frauen und Kindern», heisst es in einer E-Mail vom 25. Februar 2025, die in den Epstein-Files aufzufinden ist. Absender wie auch Adressat der Nachricht sind unbekannt. Es dürfte sich um eine Frau handeln. In einer weiteren E-Mail behauptet diese, von Jeffrey Epstein und dem Ex-Barclay-CEO Jes Staley vergewaltigt worden zu sein. Staley ist seit der Offenlegung der Dokumente stark unter Druck geraten.

Das mutmassliche Opfer will wissen, dass Epsteins Netzwerk mit jungen Ukrainerinnen «Menschenhandel» betrieben habe. Als Drahtzieher nennt sie den französischen Modelagenten Jean-Luc Brunel, der die Modelagentur 1Motheragency in Kiew gegründet haben soll, die jungen Ukrainerinnen eine grosse Karriere auf dem Laufsteg versprach. Die Agentur wird in den E-Mails der Verfasserin ebenfalls erwähnt. Brunel selbst, der als langjähriger Vertrauter Epsteins galt, taucht zigfach in den Dokumenten auf. Er wurde wegen Vergewaltigung Minderjähriger und sexueller Belästigung angeklagt und 2022 tot in seiner Pariser Gefängniszelle aufgefunden.

Die Verfasserin der E-Mails hegt den Verdacht, dass der ukrainische Präsident sich strafbar gemacht haben könnte. «Selenskyj, ich will, dass ihre Gelder untersucht werden», schreibt das mutmassliche Opfer in einer Nachricht, in der sie den ukrainischen Präsidenten adressiert. Auch fordert sie Finanzmarktaufsichtsbehörden wie die britische Financial Conduct Authority und die United States Securities and Exchange Commission auf, die Gelder des ukrainischen Präsidenten unter die Lupe zu nehmen.

Beweise oder Indizien, die Selenskyj tatsächlich belasten, sind aus den Nachrichten jedoch nicht herauszulesen. An einer Stelle beklagt sich das mögliche Opfer darüber, dass die Justizbehörden Personen aus Epsteins Netzwerk schützten. «Ich bin nicht das einzige Opfer, bei dem Beweise vernichtet wurden.»

Namentlich nannte sie in einer E-Mail-Nachricht vom Februar 2025 auch Peter Mandelson, den ehemaligen britischen Botschafter in Washington, der jetzt im Zuge der jüngsten Enthüllungen seinen Rücktritt aus dem Oberhaus des Parlaments sowie aus der Labour-Partei bekanntgeben musste. Mandelson habe sich regelmässig mit Epstein getroffen, während dieser sie vergewaltigt habe, behauptet das mutmassliche Opfer.

Epstein pflegte Kontakte zu Kiewer Modelagenturen und war gemäss Medienberichten angetan von jungen Ukrainerinnen. Besonders interessant ist eine E-Mail-Nachricht, die Brock Pierce, Mitbegründer der Kryptowährungsplattform Tether, an den ehemaligen Investmentbanker sendete. «Ein Boot in Antigua voll mit Ukraines Besten» warte auf ihn (Epstein), liess Pierce ihn wissen. Auch von Flugbuchungen für ukrainische Frauen ist die Rede in den Files.

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Alex Baur

Alex Baur

Die Offenlegung der Epstein-Files ist in Wahrheit eine Kapitulation des Rechtsstaates. Der Lynchmob übernimmt. Widerlich ist nicht, was bekannt wird – sondern die Hexenjagd darum herum

Bild: JON ELSWICK / KEYSTONE

Nun also auch noch Jack Lang, der legendäre langjährige linke französische Kulturminister. Auch Lang plauderte offenbar viel mit dem Finanzhai und mutmasslichen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der sich 2019 durch Selbstmord einer drohenden Verurteilung entzog. Lang reiht sich damit ein in eine lange Liste von Promis, die über die Jahrzehnte freundschaftlich mit Epstein verkehrt haben: britische und norwegische Royals, Staatsoberhäupter von Bill Clinton bis Donald Trump, Promis, Diplomaten und Financiers, Kulturschaffende von Woody Allen über Noam Chomsky bis Mick Jagger, Milliardäre wie Bill Gates oder Elon Musk. Die Liste wächst von Tag zu Tag. Es fehlt nur noch der Papst.

Was sie alle verbindet: Keiner von ihnen wurde je angeklagt, geschweige denn verurteilt, ja es fehlt jeder Hinweis auf eine konkrete Sexualstraftat. Bislang ist Epsteins Witwe Ghislaine Maxwell die einzige Person, die in diesem seit Jahren schwelenden und mit amerikanischer Akribie durchleuchteten Sexskandal angeklagt oder verurteilt wurde. Doch die selbsternannten Tribunale der Moral kennen weder ein Anklageprinzip noch eine Unschuldsvermutung noch Verteidigerrechte, sie dulden keine Widerrede und keine ordentlichen Richter. Es gelten die Regeln des Lynchmobs: Wer in dessen Fänge gerät, kann nur hoffen, dass seine Exekution möglichst schnell über die Bühne geht.

Ich gebe zu: Ich verfolge die Berichte zum Fall Epstein schon lange nur noch sporadisch und oberflächlich im Sinne einer lästigen Pflichtübung – weil sie mich anwidern, weil sie unerträglich sind. Es sind nicht die mehr oder minder schmutzigen Geheimnisse der Promis, die mich anwidern, nein, im Gegenteil.

Unerträglich ist die Verletzung der Privatsphäre zahlloser Menschen, unter ihnen notabene auch mutmassliche Opfer des Systems Epstein. Wenn die Justiz versagt hat, dann nicht, weil sie keine Mittäter überführen konnte, die es, so muss man aufgrund der exhaustiven Untersuchung annehmen, schlicht und ergreifend nicht gibt. Sondern weil die Justiz nicht in der Lage war, die Privatsphäre zahlloser Menschen zu schützen, deren Schicksal ihr anvertraut war.

Wenn wir uns unbeobachtet oder im privaten Umkreis wähnen, dann denken, sagen, schreiben oder tun wir alle bisweilen Dinge, die im Rückblick oder bei genauer Prüfung idiotisch, fürchterlich falsch, unüberlegt oder unmoralisch erscheinen mögen. Vor allem wenn man sie aus dem Zusammenhang herausreisst. Und spätestens beim Gang aufs Klo stinkt es bei allen. Doch wie es bei den andern stinkt, will ich gar nicht so genau wissen. Man nennt es Zivilisation: jener Schambereich, der den Menschen vom Schimpansen unterscheidet und den Mani Matter in einem Lied einst so schön beschrieben hat.

Inhaltlich ist der Erkenntnisgehalt der Epstein-Files mager: Die Mächtigen und Prominenten verkehren, wer hätte das gedacht, gerne unter sich und äussern dabei auch mal Worte, die sie öffentlich niemals äussern würden; und bisweilen, quel horreur, stehen angealterte Männer auf blutjunge Frauen, deren Gunst sie mit Geld erwerben. Die wirklich erschütternde Erkenntnis ist eine andere: Wenn man ihn am dringendsten brauchen würde, ist auf den Rechtsstaat kein Verlass.

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11.02.2026
Sylvie-Sophie Schindler

Sylvie-Sophie Schindler

Fall Epstein: Die einen rufen den grössten Skandal der jüngeren Menschheitsgeschichte aus, während die Mainstream-Medien auf mittlerer Flamme kochen

Bild: CRISTOBAL HERRERA-ULASHKEVICH / KEYSTONE

Werden wir an der Covid-19-Spritze sofort sterben – oder bekommen wir damit ein wahres Wundermittel? Man erinnert sich, wie es zu Pandemiezeiten gewesen ist: Hier die Dämonisierung, dort die Seligsprechung. Je nachdem, wem man in der Berichterstattung folgte, ob den neuen oder den etablierten Medien.

Nicht ganz so gross ist das Gefälle in Sachen Epstein-Files. Niemand baut Heiligenschreine, niemand verfällt in Glorifizierungen. So weit ist man sich schon mal einig; alles andere wäre mehr als fragwürdig. Doch während die einen – man muss nur mal bei Youtube vorbeischauen – bei dem mehr als drei Millionen Dokumente umfassenden Konvolut den grössten Skandal der jüngeren Menschheitsgeschichte ausrufen, kochen die anderen, also die sogenannten Mainstream-Medien, zwar nicht auf kleiner, aber mehrheitlich doch nur auf mittlerer Flamme.

Wie kommt es zu diesem Unterschied? Wissen die einen mehr? Bewerten die anderen die vorliegenden Informationen anders? Wollen die einen nur Klicks und die anderen lieber keine Schlagzeilen?

Hätte Angela Merkel eine Affäre mit Wladimir Putin, wäre die Sachlage eindeutig. Und überschaubar. Doch bei den Epstein-Files können schlichtweg nicht alle auf demselben Wissensstand sein, angesichts der massiven und unstrukturierten Datenmenge, die das US-Justizministerium herausgegeben hat. Halb geschwärzte Konto- und Telefonlisten, Party- und Urlaubsvideos, obszöne E-Mails, geschwärzte und ungeschwärzte Nacktfotos, zahlreiche Hinweise auf Pädokriminalität und zigfachen sexuellen Missbrauch, all das geht wild durcheinander.

Nebenbei gefragt: Soll die Aufarbeitung bewusst erschwert werden?

Die KI tut dann noch ihr Übriges: Jede Menge Fake-Fotos und gefälschte Mailprotokolle sind im Umlauf.

In den USA tobt längst der politische Kampf, denn sowohl Demokraten als auch Republikaner pflegten regelmässig Kontakt zu Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell, die beide für Sexualstraftaten mit Minderjährigen verurteilt wurden.

Auch in der neuen und alten Medienwelt muss man sich fragen: Geht es wirklich um Aufklärung, oder schlachtet man die Epstein-Files lediglich für eigene Zwecke aus? Auch runterspielen und beschweigen kann da übrigens sehr dienlich sein. Und beim Spiegel wäre nachzufragen, ob es von Bill Gates noch weitere millionenschwere Zuwendungen gibt. Das Nachrichtenmagazin gibt ihm jedenfalls genug Raum, sich als Opfer zu inszenieren, das jede Minute bereut, die es mit Epstein verbracht hat.

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10.02.2026
Rolf Hürzeler

Rolf Hürzeler

Keir Starmer und die Epstein-Files: Sofern nicht noch Gravierenderes ans Tageslicht kommt, wird der britische Premier den Skandal überstehen – aber zu welchem Preis?

Bild: ALBERTO PEZZALI / KEYSTONE

Anständige Menschen sollten keine Spitzenpolitik machen. Diese schmerzliche Erfahrung macht gerade der britische Premierminister Keir Starmer.

Der europhile Labour-Mann mag einem politisch passen oder nicht, grundehrlich ist er jedenfalls. So neigt Starmer dazu, zu glauben, was ihm die Leute sagen. Wenn ihm etwa sein Parteigenosse Lord Mandelson versichert, er habe keine engen Kontakte zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gepflegt, wird das schon seine Richtigkeit haben.

Diese Naivität macht Starmer zur idealen Zielscheibe seiner Opponenten wie der Labour-Linken. Sie lassen keine Gelegenheit aus, ihren Parteichef ins Leere laufen zu lassen. Sie stellen so lange extreme Forderungen, bis Starmer einbricht und ihnen entgegenkommt: Etwa bei Steuerbelastungen oder teuren Sozialausgaben.

Dieser Wankelmut trug ihm den Spitznamen «Captain U turn» ein. Was jetzt kommen wird, ist deshalb absehbar. Starmer und seine Crew werden den Epstein-Skandal überstehen, sofern nicht noch Gravierenderes ans Tageslicht kommt.

Doch Starmer wird bei nächster Gelegenheit wieder vor der Parteilinken einknicken. Dann folgt ein Misstrauensvotum in der Unterhausfraktion, und sein Widersacher Andrew Burnham oder ein anderer linker Exponent wird sein Nachfolger. Gar nicht so schlecht, werden manche denken.

Denn je weiter Labour ins Abseits driftet, desto grösser die Chancen für Nigel Farages Bewegung Reform UK bei der nächsten Wahl 2029.

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06.02.2026

«Ich mache keine Witze»: Starphysiker Stephen Hawking in Epstein-Files aufgetaucht

Bild: JOEL RYAN / KEYSTONE

Der verstorbene Starphysiker Stephen Hawking taucht laut neuen Enthüllungen bis zu 282 Mal in den veröffentlichten Epstein-Dokumenten auf. In einem Fall berichtet eine Frau von einer angeblich intimen Beziehung mit dem wegen ALS gelähmten Wissenschaftler, schreibt die Bild-Zeitung.

Ein Chatverlauf vom 4. April 2018 offenbart eine Nachricht an den früheren Trump-Berater Steve Bannon. «Ich mache keine Witze, das Mädchen sagte, sie habe Sex mit meinem Freund Stephen Hawking gehabt», heisst es. Der Absender fügt hinzu: «Er ist gelähmt. Sie hat diesen Teil vergessen.»

Bereits zuvor war bekannt, dass Hawking 2006 an einer von Jeffrey Epstein finanzierten Wissenschaftskonferenz über Schwerkraft auf der Nachbarinsel St. Thomas teilgenommen hatte. Ein Foto soll ihn und weitere Physiker auf der Insel Little St. James zeigen – dem berüchtigten Rückzugsort des Sexualstraftäters. Laut Independent hatte Epstein die Veranstaltung organisiert.

Die blosse Erwähnung in den Unterlagen bedeute nicht zwangsläufig, dass den Genannten Fehlverhalten nachgewiesen werden könne. Das gilt auch für den inzwischen verstorbenen Physiker.

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Sylvie-Sophie Schindler

Sylvie-Sophie Schindler

Epstein-Files: Nein, es geht nicht um elitäre Sexpartys, es geht um Pädokriminalität – und um die Frage, was uns Kinder tatsächlich wert sind

Bild: JON ELSWICK / KEYSTONE

Ganz grosses Kino. Hat Hollywood bereits angefragt? Warnung: Das hier ist Sarkasmus. Der sich aufdrängt angesichts der um sich greifenden Boulevardisierung in Bezug auf die pädokriminellen Gräueltaten, die im Zusammenhang mit den sogenannten Epstein-Files stehen.

Am vergangenen Freitag wurde eine nächste datenschwere Tranche herausgegeben: Mehr als drei Millionen Dokumente, knapp 300 Gigabyte, darunter 2000 Videos und 180.000 Fotos. Illustre Namen tauchen darin auf; High Society, Polit-Prominenz, Königshäuser sind involviert – genau das sorgt schnell für schlimmstes Klatschblatt-Niveau. Von wilden Sexpartys ist die Rede, von exklusivem Elite-Escort, von der Dekadenz der Reichen und Schönen.

Eh voilà, Gewalt und Verbrechen, die an mehreren Hundert minderjährigen Mädchen verübt wurden, erhalten einen glitzer-gruseligen Glamour-Faktor – und werden so bagatellisiert. Nicht besser macht, wenn man darüber in einem Tonfall redet, als handle es sich um Splatterfilme, oder wenn man sich in einem fassungslosen Geraune über das «unvorstellbare» Grauen überbietet.

Ja, niemand mag sich derlei Abscheulichkeiten vorstellen, die hier verhandelt werden, aber davon überrascht kann nicht ernsthaft sein, wer den Fall Epstein kennt. Das erste Opfer meldete sich bereits 1996, nach und nach kamen weitere dazu. Bei im Jahr 2005 angestossenen Ermittlungen stiessen die Bundesbehörden auf fünfzig Missbrauchsfälle.

In einem für ihn vorteilhaften Deal mit der Staatsanwaltschaft in Miami konnte Jeffrey Epstein erwirken, dass die gegen ihn laufenden Ermittlungen auf Bundesebene fallengelassen wurden. Im Gegenzug bekannte er sich schuldig, eine Minderjährige zur Prostitution gezwungen zu haben, und wurde 2008 zu dreizehn Monaten Gefängnis verurteilt, die er unter ziemlich lockeren Bedingungen verbrachte. 2019 wurde er aufgrund von Vorwürfen des Sexhandels mit Minderjährigen erneut verhaftet.

Dereissig Jahre sind eine lange Zeit des Wegschauens. Denn: Zig Medienberichte und ein Wust von Dokumenten bedeuten noch lange nicht, dass man wirklich hinschaut. So gefragt: Wie oft muss organisierter Kindesmissbrauch noch geschehen, bevor er vorstellbar wird?

Der 2007 öffentlich gewordene «Sachsensumpf» deutete auf die Verstrickung von Politik, Justiz und Polizei in Kinderprostitution. Doch bei der Aufklärungsarbeit wurde eifrig Verhinderungspolitik betrieben. Ex-Fussballprofi Christoph Metzelder wurde wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt. Damit reiht er sich ein in eine schwer zu beziffernde Anzahl von Konsumenten sexueller Gewalt an Kindern. Dass es derlei Videomaterial überhaupt gibt, ist nicht nur erschütternd, sondern verweist ebenfalls auf kriminelle Netzwerke, die Minderjährige missbrauchen.

Epsteins Lebensgefährtin Ghislaine Maxwell, die eine zentrale Rolle spielte, da sie die meisten Mädchen rekrutiert hatte, wurde im Dezember 2021 zu zwanzig Jahren Haft verurteilt wegen «Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken». Sie lockte die häufig in prekären Verhältnissen lebenden Mädchen mit Geld zu angeblich harmlosen Massagen.

Die Geschichte der Epstein-Files ist also auch eine Geschichte über Armut und soziale Ungleichheit. Und über elterliche Überforderung oder Vernachlässigung. Das alles spielt in die Empfänglichkeit für solche Angebote hinein, die es den Mächtigen leichtmacht, ihre maliziösen Machenschaften zu betreiben.

Der Wert von Kindern muss sich auch im Strafrecht widerspiegeln. Aber tut es das? Metzelder wurde zu zehn Monaten Haft verurteilt – auf Bewährung. Und bisher deutet nichts darauf hin, dass aus den Epstein-Files strafrechtliche Konsequenzen gezogen werden. Zahlreiche Stellen sind geschwärzt. Zum Schutz der Opfer, heisst es. Tatsächlich tauchen in den aktuellen Files plötzlich Namen von Opfern auf, die bisher nicht öffentlich bekannt waren, während zig Täter weiterhin unter einem ominösen Schutzschirm stehen.

Also: Was sind uns Kinder wert? Die Epstein-Files stellen nicht nur Amerika, sondern uns alle auf die Probe.

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05.02.2026

Bill Gates: «Jede Minute mit Epstein war ein Fehler»

Bild: STEFAN JERREVANG / KEYSTONE

Microsoft-Gründer Bill Gates hat seine Kontakte zu Jeffrey Epstein erneut als «Fehler» bezeichnet – und sich öffentlich entschuldigt. «Es war dumm von mir, Zeit mit ihm zu verbringen», sagte Gates dem australischen Sender 9News. «Jede Minute, die ich mit ihm verbracht habe, bereue ich, und ich entschuldige mich.»

Gates betonte, er habe Epsteins berüchtigte Privatinsel nie betreten und auch nie Frauen getroffen, die der Geschäftsmann ihm vermittelt haben soll. Hintergrund: In neuen Akten des US-Justizministeriums finden sich Hinweise auf ein mögliches Erpressungspotenzial Epsteins gegenüber Gates – darunter ein gespeicherter E-Mail-Entwurf aus 2013 mit unbelegten Vorwürfen zu angeblichen Krankheiten und Ehebruch. Gates nannte die Inhalte «absurde und vollkommen falsche Behauptungen» eines «erwiesenen, verbitterten Lügners».

Epstein war 2019 unter bislang ungeklärten Umständen tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden. Ihm wurde der Betrieb eines systematischen Missbrauchsrings vorgeworfen. Zahlreiche Prominente, Wirtschaftsführer und Politiker hatten Kontakt zu Epstein – darunter auch der britische Premierminister Keir Starmer, was in London inzwischen zu politischen Konsequenzen führen könnte.

Gates sagte, seine Treffen mit Epstein – die auf dessen Versprechen zurückgingen, wohlhabende Kreise für Gesundheitsprojekte spendenbereit zu machen – hätten allein philanthropische Gründe gehabt. Diese Kontakte seien zwischen 2011 und 2013 zustande gekommen.

Auch Melinda French Gates hatte sich kürzlich zum Fall geäussert. In einem Interview sprach sie von «unglaublicher Traurigkeit» und zeigte sich «froh, weg von all dem Dreck zu sein». Die Weltwoche berichtete. Ihre Scheidung von Bill Gates im Jahr 2021 war unter anderem durch die Enthüllungen rund um Epstein mit beeinflusst worden.

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04.02.2026
Rolf Hürzeler

Rolf Hürzeler

Der Mann mit dem grössten Adressbuch der Welt: Wer war Jeffrey Epstein?

Bild: KEYSTONE

Die Liste liest sich wie ein «Who’s who» der Mächtigen, der Reichen und zumindest teilweise sogar der Schönen: Elon Musk, Bill Clinton, Labour-Lord Mandelson, Richard Branson, Donald Trump und nun auch die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit und so weiter.

Natürlich sind auch der englische Ex-Prinz Andrew und seine Partnerin Sarah Ferguson wieder dabei, und diesmal sogar eine ihrer Töchter.

Mit all diesen Persönlichkeiten stand der rechtmässig verurteilte amerikanische Investor Jeffrey Epstein wenigstens zeitweise in mehr oder weniger engem Kontakt. Noch und noch veröffentlicht das amerikanische Justizministerium Dokumente, die Kontakte zwischen Epstein und dem Rest der Welt belegen, allein jetzt wieder drei Millionen.

Epstein verbrachte anscheinend Tag und Nacht damit, mit der aktuellen Elite zu verkehren. Mitunter unterlegte er diesen Austausch mit grosszügigen Geldüberweisungen.

Für welche Dienstleistungen genau, weiss niemand oder kann sich wie Mandelson nicht mehr daran erinnern. Vor allem aber verfügte Epstein über das Talent, mit jedem und jeder auf gutem Fuss zu stehen: Wer kann schon mit Elon Musk, Steve Bannon, den Clintons und Michael Jackson gut?

Epstein mag gegen Gesetze verstossen haben, ideologische Scheuklappen kannte er sicher nicht.

Und noch etwas fällt auf in dieser Causa: Wer etwas verbrochen hat, pflegt die Spuren zu verwischen. Epstein und seine Partnerin Ghislaine Maxwell waren jedoch geradezu zwanghaft bemüht, alles und jedes zu dokumentieren. Andernfalls wären diese Millionen-Files niemals zustande gekommen.

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03.02.2026

«Grüss Schneewittchen»: Jeffrey Epstein liess Frau für Ex-Barclays-Chef Jes Staley in Disney-Kostüm einkleiden

Bild: ANDY RAIN / KEYSTONE

Jeffrey Epstein liess eine Frau ein Schneewittchen-Kostüm kaufen – nur drei Wochen bevor der damalige Barclays-Chef Jes Staley ihm in einer E-Mail schrieb: «Das war lustig. Grüss Schneewittchen von mir.» Die Nachricht ist Teil einer nun veröffentlichten E-Mail-Korrespondenz zwischen dem Banker und dem verurteilten Sexualstraftäter Epstein, die ein fragwürdiges Verhältnis zwischen den beiden offenbart.

Am 20. Juni 2010 schrieb Epstein einer Frau: «Ich würde dich gerne in einem Schneewittchen-Kostüm fotografieren. Du bekommst es im Kostümladen.» Die Frau antwortete: «Wird erledigt!» Am 10. Juli folgte dann Staleys Mail mit dem Hinweis auf Schneewittchen. Epstein antwortete: «Welche Figur hättest du als Nächstes gerne?» – woraufhin Staley schrieb: «Die Schöne und das Biest.» Epsteins Reaktion: «Nun, eine Seite ist verfügbar.»

Am selben Tag ging auch eine weitere Nachricht bei Epstein ein, mutmasslich von einer zweiten Frau, in der es heisst: «Schneewittchen wurde zweimal gef*****, sobald sie ihr Kostüm angezogen hatte.» Die Altersangaben der Frauen bleiben in allen E-Mails unklar. Laut Financial Times stammen die Mitteilungen aus einer Sammlung von Unterlagen des US-Justizministeriums.

Jes Staley bestreitet jede ungebührliche Nähe zu Epstein. In einem Gerichtsverfahren 2025 erklärte er unter Eid: «Ich schwöre bei Gott, als ich die E-Mails durchging, hatte ich keine Ahnung, worauf sich das bezieht. Ich weiss nicht, wer Schneewittchen ist.» Auch habe er nie Frauen mit Disney-Figuren verglichen. Der Banker war 2021 als CEO von Barclays zurückgetreten, nachdem die britische Finanzaufsicht eine Untersuchung eingeleitet hatte.

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Norwegisches Aussenministerium suspendiert Botschafterin: Kinder von Mona Juul sollten zehn Millionen Dollar von Epstein erben

Das norwegische Aussenministerium hat die Diplomatin Mona Juul vorläufig von ihrem Amt entbunden. Hintergrund ist ihre mutmassliche Verbindung zum US-Finanzier Jeffrey Epstein, wie Aussenminister Espen Barth Eide mitteilte. Man bemühe sich derzeit darum, «Licht in die Angelegenheit» zu bringen. Juul war früher Norwegens Botschafterin bei den Vereinten Nationen und ist derzeit Chefdiplomatin in Jordanien.

Aus neuen Akten geht hervor, dass Juuls zwei Kinder im Testament Jeffrey Epsteins als Erben von insgesamt zehn Millionen US-Dollar eingesetzt waren. Das berichtet unter anderem die norwegische Zeitung Aftenposten. Juuls Ehemann Terje Röd-Larsen war wie sie selbst in den 1990er Jahren eng an den Oslo-Verhandlungen zwischen Israel und der PLO beteiligt.

Auch andere prominente Norweger werden in den neu veröffentlichten Dokumenten genannt, darunter Ex-Ministerpräsident Thorbjörn Jagland sowie Börge Brende, der heutige Präsident des Weltwirtschaftsforums in Davos. Brende hatte Epstein laut Medienberichten 2018 und 2019 in New York zum Essen getroffen, später aber erklärt, er habe «nie etwas mit ihm zu tun gehabt».

Die Enthüllungen gehen auf einen neuen Aktenfund im Zusammenhang mit dem Epstein-Fall zurück. Das US-Justizministerium veröffentlichte am Freitag mehr als drei Millionen weitere Dokumente – darunter E-Mails, Fotos und Videos, in denen erneut zahlreiche bekannte Namen auftauchen.

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Epstein und die Schweiz: Die Kontakte reichten bis in den Zürcher Finanzplatz

Bild: JON ELSWICK / KEYSTONE

Der Fall Jeffrey Epstein zieht erneut Kreise – diesmal bis tief in den Schweizer Finanzplatz. Neue, vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente belegen, wie eng der verstorbene Sexualstraftäter mit dem Zürcher Umfeld einer Privatbank vernetzt war.

Eine junge Russin, die 2015 für wenige Monate für eine Privatbank arbeitete, stand mit Epstein in regem E-Mail-Kontakt, berichtet die NZZ. Dabei empfahl sie ihm offenbar wiederholt junge Frauen – in einem Fall ein «Dessousmodel mit dem Traum, New York zu besuchen». Epstein war für sie «amerikanischer Mentor».

Die Nachrichten zeigen, wie nahtlos Finanzkarriere und Frauenzuführung ineinander übergingen. Die Betreffenden wurden mit Versprechungen über Geld, Modelkarrieren oder Studienplätze angelockt. Eine Opferanwältin erklärte bereits im Vorfeld, Epstein habe gezielt in Europa «Rekrutiererinnen» eingesetzt.

Besonders eng war der Austausch mit Ariane de Rothschild, CEO der Genfer Bank Edmond de Rothschild. Die beiden verabredeten sich für Treffen in Genf, Paris oder New York, heisst es in der NZZ. In einer E-Mail erkundigt sich Epstein nach de Rothschilds Bruder, sie wiederum teilt Ferienerlebnisse oder ein Foto vom Sonnenaufgang. Auch über mögliche milliardenschwere Deals sprachen sie: Die UBS habe Interesse am Kauf ihrer Schweizer Einheit, schrieb de Rothschild – Epstein empfahl ein Gespräch mit UBS-Chef Sergio Ermotti.

Eine Sprecherin der Bank betonte, de Rothschild habe Epstein nur geschäftlich gekannt. Die E-Mails zeichnen jedoch auch ein persönliches Verhältnis nach – samt Geschenkideen für die Tochter.

Ein weiterer prominenter Name: Jes Staley, früher UBS-Verwaltungsrat und Epstein-Vertrauter. In einer E-Mail aus dem Mai 2015 fragt er: «Are u on the Island?» – gemeint ist offenbar Epsteins Karibikinsel, wo er Minderjährige missbrauchte.

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02.02.2026

Fall Epstein: US-Justiz plant keine weiteren Anklagen

Bild: JON ELSWICK / KEYSTONE

Das US-Justizministerium plant keine weiteren Anklagen im Zusammenhang mit dem Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Das erklärte Vize-Justizminister Todd Blanche gegenüber dem Sender CNN. Bei der Auswertung der neu veröffentlichten Ermittlungsakten habe man nichts gefunden, «was dem Ministerium eine Strafverfolgung ermöglichen würde». Jeder könne die Dokumente nun selbst prüfen und «beurteilen, ob wir uns geirrt haben», sagte Blanche.

Die jetzt zugänglichen Akten umfassen E-Mails, Gerichtsdokumente, ärztliche Gutachten sowie Tausende Fotos und Videos. Blanche räumte ein, dass das Material schwer zu ertragen sei: «Es gibt viele schreckliche Fotos, die offenbar von Herrn Epstein oder seinem Umfeld aufgenommen wurden, aber das erlaubt uns nicht unbedingt, jemanden strafrechtlich zu verfolgen.»

Jeffrey Epstein hatte über Jahre hinweg einen Missbrauchsring betrieben. Dutzende Minderjährige und junge Frauen wurden Opfer. In den Akten werden prominente Namen erwähnt – darunter Bill Clinton, Elon Musk und Prinz Andrew. Hinweise auf strafbares Verhalten dieser Personen enthält das Material jedoch nicht.

Mit der Veröffentlichung einer letzten Dokumenten-Charge sieht das US-Justizministerium seine Verpflichtung erfüllt. Blanche betonte, damit sei der Fall für die Ermittlungsbehörden abgeschlossen.

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«Ich war nie auf Epsteins Insel»: Trump reagiert auf Grammy-Moderator und droht mit Klage

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US-Präsident Donald Trump kritisiert den diesjährigen Grammy-Moderator Trevor Noah. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete Trump die Musikgala als «Müll» und «praktisch nicht anschaubar». Den südafrikanischen Comedian nannte er einen «totalen Verlierer» und kündigte rechtliche Schritte an.

Noah hatte während der Preisverleihung in Los Angeles gescherzt, Trump wolle Grönland erwerben, weil Epsteins Privatinsel nicht mehr verfügbar sei. «Er braucht eine neue, um mit Bill Clinton abzuhängen.» Trump wies den Vorwurf in seinem Onlinebeitrag zurück: «Ich war nie auf Epsteins Insel», schrieb er. «Mach dich bereit, Noah, ich werde mit dir einiges an Spass haben.»

Jeffrey Epstein, der 2019 im Gefängnis gestorben war, hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dessen Opfer Dutzende junge Frauen und Minderjährige waren. Epstein stand mit zahlreichen Persönlichkeiten in Verbindung, darunter auch Trump und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Hinweise auf strafbares Verhalten Trumps im Zusammenhang mit Epstein liegen nicht vor.

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31.01.2026

Epstein-Ermittlungen: Die drei Millionen neu veröffentlichten Seiten liefern viele prominente Namen, aber bisher keine strafrechtlich relevanten Vorwürfe

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Das US-Justizministerium hat über drei Millionen Seiten aus den Ermittlungen gegen Jeffrey Epstein veröffentlicht – darunter 2000 Videos und 180’000 Bilder. Auch neue Fotos und E-Mails mit prominenten Namen wie Prinz Andrew, Elon Musk oder Bill Gates sind enthalten. Strafrechtlich relevante Vorwürfe enthält das Material nicht.

Besonderes Aufsehen erregen Fotos, die Prinz Andrew auf allen vieren über einer am Boden liegenden Frau zeigen. In einem weiteren Bild blickt er direkt in die Kamera, in zwei weiteren soll er die Frau – vollständig bekleidet – am Bauch berühren. Wann und wo die Aufnahmen entstanden, bleibt unklar. Der Palast hat auf Anfrage der BBC bisher nicht reagiert; Andrew bestreitet seit Jahren jede Verfehlung.

Hinzu kommen E-Mails, in denen Epstein 2010 ein Abendessen mit einer 26-jährigen Russin für «The Duke» – mutmasslich Andrew – arrangieren wollte. Die Signatur in den Nachrichten entspricht früheren Schreiben des Herzogs von York. Auch Sarah Ferguson, Andrews Ex-Frau, taucht in mehreren Nachrichten auf. Darin spricht sie Epstein als «mein spektakulärer und besonderer Freund» an.

Weitere prominente Namen wie Donald Trump, Bill Gates, Elon Musk oder Howard Lutnick erscheinen in den Unterlagen. Doch viele Hinweise beruhen auf E-Mail-Entwürfen, Medienberichten oder Drittquellen. Das US-Justizministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass die Nennung eines Namens in den Akten keine Schuld impliziert. Neue juristische Schritte sind vorerst nicht angekündigt, da sich aus den neu veröffentlichten Unterlagen bisher keine strafrechtlich relevanten Vorwürfe ableiten lassen.

Während das Justizministerium die Veröffentlichung als abgeschlossen betrachtet, fordern Politiker und Opferanwälte weitere Transparenz. Laut BBC könnten bis zu 2,5 Millionen Seiten weiterhin unter Verschluss sein. Die Auswertung der Akten dauert an, ebenso wie interne Untersuchungen.

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26.12.2025

«Drecksäcke»: Trump attackiert das Umfeld von Jeffrey Epstein

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US-Präsident Donald Trump hat sich nach der Veröffentlichung der Epstein-Akten mit scharfen Worten auf seiner Plattform Truth Social zu Wort gemeldet. «Frohe Weihnachten an alle, einschliesslich der vielen Drecksäcke, die Jeffrey Epstein geliebt haben, ihm säckeweise Geld gaben, seine Insel besuchten, an seinen Partys teilnahmen und dachten, er sei der tollste Typ auf Erden – nur, um ihn dann ‹wie einen Hund fallen zu lassen›, als es zu brenzlig wurde», schrieb Trump.

Sein Post richtete sich auch gegen jene, «die fälschlicherweise behaupteten, sie hätten nichts mit ihm zu tun gehabt, hätten ihn nicht gekannt, sagten, er sei eine ekelhafte Person, und dann natürlich Präsident Donald J. Trump die Schuld gaben, der in Wirklichkeit der Einzige war, der Epstein fallen liess, und zwar lange bevor es in Mode kam, dies zu tun».

Nach Angaben von CNN zeigen die veröffentlichten Dokumente, dass Trump in den 1990er Jahren mehrfach an Bord von Epsteins Privatjet reiste – dokumentiert sind mindestens acht Flüge zwischen 1993 und 1996. Trump betont, er habe den Kontakt bereits Jahre vor Epsteins Verurteilung 2008 abgebrochen. Gründe sind laut Washington Post ein Streit um eine Immobilie in Palm Beach, Personalfragen und unangemessenes Verhalten Epsteins gewesen.

Ein Sprecher des Weissen Hauses erklärte, Trump habe Epstein «aus seinem Klub verbannt, weil er ein Widerling war». Juristische Beweise oder Anklagen gegen Trump im Zusammenhang mit Epsteins mutmasslichen Verbrechen gibt es nicht.

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19.12.2025

Bill Gates, Noam Chomsky, Woody Allen: Demokraten veröffentlichen neue Epstein-Fotos

Bild: ALEX BRANDON / KEYSTONE

Kurz vor Ablauf der Frist zur Offenlegung nichtgeheimer Dokumente im Fall Jeffrey Epstein haben demokratische Kongressabgeordnete weitere Bilder veröffentlicht. Insgesamt 68 neue Aufnahmen aus dem Nachlass des verurteilten Sexualstraftäters zeigen Epstein im Umgang mit verschiedenen prominenten Persönlichkeiten – darunter Microsoft-Gründer Bill Gates, der linke Intellektuelle Noam Chomsky, Regisseur Woody Allen sowie Trumps früherer Chefstratege Steve Bannon, berichtet die Welt.

Die Fotos zeigen unter anderem Reisepässe und Ausweisdokumente junger Frauen sowie Epstein in Begleitung bekannter Persönlichkeiten. Eines der Bilder zeigt Gates neben einer Frau, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde. Ein anderes zeigt Chomsky mit Epstein in einem Flugzeug. Auch Woody Allen ist gemeinsam mit Epstein abgelichtet. Die Veröffentlichung der Demokraten erfolgte ohne weiterführende Kommentierung.

Brisanter als die Bilder ist ein beiliegender Chatverlauf. Darin spricht ein nicht identifizierter Absender über das Anwerben junger Frauen: «Ich habe eine Freundin, die mir heute ein paar Mädchen geschickt hat. Aber sie verlangt 1000 Dollar pro Mädchen.» Ergänzt wird der Dialog mit der Notiz «18 Jahre alt» – bei unklarer Identität der Gesprächspartner.

Jeffrey Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden. Ihm wurden weitreichende Missbrauchsfälle vorgeworfen – mutmasslich auch im Auftrag oder zur Unterhaltung prominenter Freunde. Bisher konnte keiner der abgebildeten Persönlichkeiten ein Fehlverhalten juristisch nachgewiesen werden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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16.12.2025
Rolf Hürzeler

Rolf Hürzeler

Absurdes Kontaktschuld-Theater: Inzwischen gilt, wer einmal im Umfeld Epsteins abgelichtet wurde, kommt bereits an den Pranger

Der amerikanische Financier Jeffrey Epstein machte sich der sexuellen Gewalt an einer Minderjährigen schuldig und wurde deshalb rechtskräftig verurteilt. In der Gefangenschaft hat er sich das Leben genommen. Epstein unterhielt ein weitverzweigtes Beziehungsnetz, das sich über weite Teile der amerikanischen Polit- und Wirtschaftselite erstreckte. Es reichte vom sozialistischen Intellektuellen Noam Chomsky über den Unternehmer Bill Gates bis zum Ex-US-Präsidenten Bill Clinton und dem amtierenden Donald Trump.

Das sind die Fakten. Die restlichen Geschichten, die sich um den Milliardär und seine Beziehungen ranken, beruhen auf Vermutungen und Gerüchten.

Tröpfchenweise werden nach der Freigabe von Unterlagen nun neue Verbindungen publik. Aber zumindest bisher keine Verfehlungen, obgleich solche laufend unterstellt werden.

Beispielgebend dafür sind alte Fotografien, die dieser Tage in den Medien die Runde machten. Sie zeigen etwa Epstein und Trump mit einem lachenden Model an einer «Victoria’s Secret»-Party. Ein harmloses Bild, von dem kein Mensch weiss, was daran interessant sein soll.

Noch irritierender ist ein undatiertes Foto, das den jungen Trump in einer Runde junger Frauen zeigt. Balken über den Augen wie bei den Aufnahmen von Schwerbrechern machen ihren Gesichtsausdruck zum Teil unkenntlich. Soll damit unterstellt werden, diese Frauen seien einer ungehörigen Tätigkeit nachgegangen? Gehörten sie überhaupt zum Epstein-Netzwerk? Oder haben die einfach einen Immobilienmakler getroffen und einen lustigen Abend in seiner Gesellschaft verbracht? Niemand weiss es genau. Die BBC, die die Aufnahme wie andere Medienkanäle veröffentlichte, konstatierte lediglich, dass «die Frauen aus heutiger Sicht als nicht minderjährig erscheinen».

Stellt sich die Frage, was diese Enthüllungen bezwecken. Sie unterstellen den Männern wie den Frauen ungebührliches Verhalten. Entsprechend fühlen diese sich gezwungen, zu dementieren, wo es nichts zu dementieren gibt. Alle versichern, sie hätten sich nichts zuschulden kommen lassen. Und vermitteln genau damit den gegenteiligen Eindruck.

Bravo, Zweck erreicht! Wir dürfen uns auf weitere Bilder freuen.

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21.11.2025

«Die Demokraten werden das noch bereuen»: Trump lässt mögliche Epstein-Verbindungen führender Demokraten prüfen

Bild: WILL OLIVER / POOL / KEYSTONE

Nach der Entscheidung des Kongresses, die verbliebenen Epstein-Akten freizugeben, bereitet die Trump-Regierung eine politische Gegenoffensive vor. Dies berichten mehrere US-Medien. Ein Regierungsbeamter sagte anonym zu Politico: «Die Demokraten werden das noch bereuen.»

Im Weissen Haus heisst es, einige Republikaner hätten gemeinsam mit den Demokraten eine «Ablenkung» befördert. Zugleich fürchteten Regierungsmitarbeiter, dass selbst vollständige Transparenz einen Teil der republikanischen Basis nicht zufriedenstellen werde.

Zudem lässt Trump mögliche Verbindungen Epsteins zu Demokraten wie Bill Clinton, Larry Summers und Reid Hoffman untersuchen. Ein zweiter Beamter sagte: «Präsident Trump hat nichts zu verbergen, aber die Demokraten sollten sehr viel Angst haben, weil sie Geheimnisse zu verbergen haben.»

Die Unterlagen enthalten auch eine E-Mail Epsteins von 2018, in der er behauptet, Trump habe «von den Mädchen gewusst». Trump weist dies zurück; belastbare Hinweise gibt es nicht.

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20.11.2025

Wegen Inflation und Epstein: Trump verliert in Umfragen deutlich an Zustimmung

Bild: EVAN VUCCI / KEYSTONE

US-Präsident Donald Trump verliert in einer neuen Umfrage deutlich an Zustimmung. Nur noch 38 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das ist der schlechteste Wert seiner zweiten Amtszeit.

Laut der Befragung des Instituts Ipsos unter 1017 US-Bürgern bereiten Trump vor allem zwei Themen Probleme: die steigenden Lebenshaltungskosten und der Umgang mit den Akten zu Jeffrey Epstein. Nur 26 Prozent finden, Trump gehe mit den hohen Kosten angemessen um. Beim Epstein-Komplex sind es sogar nur 20 Prozent. 70 Prozent der Befragten glauben zudem, die Regierung halte Informationen über mutmassliche Epstein-Kunden zurück.

Seit Wochen wird in den USA über eine Veröffentlichung der Akten gestritten. Trump sprach sich am Montag dafür aus, nachdem er zuvor zurückhaltend gewesen war. Das Repräsentantenhaus stimmte am Dienstag mit grosser Mehrheit für eine Freigabe der Dokumente.

Trump hatte seine zweite Amtszeit im Januar mit 47 Prozent Zustimmung begonnen.

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18.11.2025

Epstein-Affäre: Ex-US-Präsident Bill Clintons Finanzminister legt seine öffentlichen Ämter nieder

Bild: FENG LI / KEYSTONE

Der frühere US-Finanzminister Larry Summers gibt einen Grossteil seiner öffentlichen Ämter auf. Hintergrund ist seine Verbindung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. «Ich schäme mich zutiefst für mein Handeln und bin mir bewusst, welchen Schmerz es verursacht hat», erklärte Summers. Die Entscheidung erfolgt kurz vor der erwarteten Veröffentlichung weiterer Dokumente aus dem Epstein-Komplex.

Summers, der unter Bill Clinton als Finanzminister und später unter Barack Obama als wirtschaftspolitischer Berater tätig war, stand zuletzt auch als Verwaltungsrat von Open AI und Kolumnist bei Bloomberg News in der Öffentlichkeit. Diese Funktionen legt er nun nieder, seine Lehrtätigkeit an der Harvard University will er hingegen fortsetzen.

Die Harvard-Zeitung Crimson hatte zuvor über einen regen E-Mail- und SMS-Austausch zwischen Summers und Epstein berichtet, der bis kurz vor Epsteins Verhaftung im Jahr 2019 andauerte. In den Nachrichten soll sich Summers teilweise auch abfällig über Frauen geäussert haben.

In seiner Stellungnahme übernahm der 70-Jährige die «volle Verantwortung» für die Entscheidung, den Kontakt zu Epstein über Jahre hinweg aufrechterhalten zu haben. Er wolle mit seinem Rückzug Vertrauen zurückgewinnen und persönliche Beziehungen reparieren.

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17.11.2025

«Wir haben nichts zu verbergen»: Donald Trump fordert Republikaner auf, für Freigabe der Epstein-Akten zu stimmen

Bild: MANUEL BALCE CENETA / KEYSTONE

Diesen Text schrieb US-Präsident Donald Trump am 17. November 2025 auf der Social-Media-Plattform Truth Social. Wir dokumentieren ihn im Wortlaut und übersetzt.

Wie ich am Freitagabend an Bord der Air Force One gegenüber den Fake-News-Medien gesagt habe, sollten die Republikaner im Repräsentantenhaus für die Freigabe der Epstein-Akten stimmen, denn wir haben nichts zu verbergen, und es ist an der Zeit, diesen demokratischen Schwindel hinter sich zu lassen, der von radikalen linken Verrückten inszeniert wurde, um vom großen Erfolg der Republikanischen Partei abzulenken, einschließlich unseres jüngsten Sieges über den «Shutdown» der Demokraten.

Das Justizministerium hat bereits Zehntausende von Seiten zu «Epstein» an die Öffentlichkeit weitergegeben, untersucht verschiedene demokratische Aktivisten (Bill Clinton, Reid Hoffman, Larry Summers usw.) und ihre Beziehung zu Epstein, und der Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses kann alles haben, worauf er einen gesetzlichen Anspruch hat, ES IST MIR EGAL!

Alles, was mich interessiert, ist, dass die Republikaner sich WIEDER AUF DAS WESENTLICHE konzentrieren, nämlich die Wirtschaft, «Bezahlbarkeit» (wo wir GROSSARTIG gewinnen!), unser Sieg bei der Senkung der Inflation vom höchsten Stand in der Geschichte auf praktisch null, die Senkung der Preise für das amerikanische Volk, die Umsetzung historischer Steuersenkungen, neue Investitionen in Höhe von Billionen Dollar für Amerika (EIN REKORD!), der Wiederaufbau unseres Militärs, die Sicherung unserer Grenze, die Abschiebung krimineller illegaler Einwanderer, die Beendigung der Teilnahme von Männern am Frauensport, die Beendigung von Transgender für alle und vieles mehr!

Niemand interessierte sich für Jeffrey Epstein, als er noch lebte, und wenn die Demokraten etwas gehabt hätten, hätten sie es vor unserem erdrutschartigen Wahlsieg veröffentlicht. Einige «Mitglieder» der Republikanischen Partei werden «ausgenutzt», und das können wir nicht zulassen.

Lasst uns anfangen, über die rekordverdächtigen Erfolge der Republikanischen Partei zu sprechen, und nicht in die «Falle» von Epstein tappen, die eigentlich ein Fluch für die Demokraten ist, nicht für uns.
MACHEN WIR AMERIKA WIEDER GROSSARTIG!

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