Keine Fernseh-Live-Übertragung hat in Amerika mehr Zuschauer als der Super Bowl, das Finalspiel der amerikanischen Football-Liga. Letztes Jahr schalteten 127,7 Millionen Leute ein – so viele wie noch nie.
Ein Pausenauftritt beim Sportspektakel des Jahres ist der Ritterschlag für Popstars. Eine höhere Aufmerksamkeit erhalten sie nirgends. Vom «Nippelgate» (2004) mit Janet Jackson und Justin Timberlake spricht man noch heute.
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Noch nie war die Halbzeit-Show so umstritten wie in diesem Jahr. Als die Veranstalter bekannt gaben, dass sie den puerto-ricanischen Superstar Bad Bunny und die Rockband Green Day engagierten, schaltete sich das Weisse Haus ein. Bad Bunny kritisiert Trumps Politik und singt nur auf Spanisch; Green Day und ihr Sänger Billie Joe Armstrong sind ebenfalls Anti-Trump. Für viele der konservativen Mehrheit (49,8 Prozent der Amerikaner wählten Trump, 48,3 Prozent die Demokratin Kamala Harris) sind solche Auftritte ausgerechnet beim grössten amerikanischen Sportanlass ein Affront.
Zur New York Post sagte der amerikanische Präsident über die beiden Acts: «Ich bin gegen sie. Ich halte das für eine schreckliche Wahl. Das schürt nur Hass. Schrecklich.» Zudem sagte Trump, dass er beim Spiel zwischen den New England Patriots und den Seattle Seahawks vom Sonntag im kalifornischen Santa Clara nicht dabei sein werde. Es seien aber nicht die Musiker, die ihn davon abhielten, sondern die Distanz: «Es ist einfach zu weit weg. Ich würde hingehen. Ich kriege dort Applaus, sie mögen mich dort. Ich würde hingehen, wenn es etwas näher wäre.» Beim letztjährigen Super Bowl war Trump dabei.
Die Empörung über die Wahl der Musiker ist so gross, dass Trump-Fans nun eine eigene Veranstaltung auf die Beine stellen. Die Organisation Turning Point USA, deren Gründer Charlie Kirk letztes Jahr bei einem Anschlag erschossen wurde, organisiert die «All-American Halftime Show» mit den Country-Rockern Kid Rock und Lee Brice sowie der Country-Sängerin Gabby Barrett.
«Die ‘All-American Halftime Show’ ist eine Gelegenheit für alle Amerikaner, eine Pausenshow zu geniessen, deren einzige Absicht darin besteht, den Glauben, die Familie und die Freiheit zu feiern», sagte Andrew Kolvet, Sprecher von Turning Point USA.
Das Konzert wird zur selben Zeit wie die offizielle Super-Bowl-Auftritte abgehalten (20 Uhr, ostamerikanische Zeit) und unter anderem auf YouTube und auf X live übertragen. «Wir werden einfach rausgehen und grossartige Musik für Menschen spielen, die dieses Land lieben», sagte Kid Rock. Und Karoline Leavitt, die Pressesprecherin des Weissen Hauses verkündete: «Ich denke, der Präsident dürfte einen Auftritt von Kid Rock einem von Bad Bunny vorziehen.»