Die Zahl der über den Familiennachzug nach Deutschland eingereisten Angehörigen aus Drittstaaten bleibt hoch: Im ersten Halbjahr 2025 haben deutsche Auslandsvertretungen weltweit knapp 57.000 Visa für Familienangehörige erteilt. Das teilte das Auswärtige Amt auf Anfrage des Nachrichtenportals Nius mit.
Demnach entfiel ein grosser Teil der ausgestellten Visa auf Antragsteller aus Syrien (ca. 9000), der Türkei (8500), Indien (5000), dem Kosovo (3500) und Albanien (2000). In über der Hälfte der Fälle handelte es sich um den Nachzug von Ehepartnern.
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Trotz der Ende Juni beschlossenen zweijährigen Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte – einer gesetzgeberischen Initiative der schwarz-roten Koalition – dürfte die Gesamtzahl der Visumvergaben im Jahr 2025 erneut sechsstellig ausfallen. Die Neuregelung betrifft laut Ministerium nur etwa 8 Prozent der Fälle. Damit bleibt der Familiennachzug einer der grössten Zuzugskanäle nach Deutschland.
Zum Vergleich: 2024 wurden insgesamt 123.675 entsprechende Visa ausgestellt. Das bisherige Rekordjahr war 2023 mit 130.799 Visa. Das Volumen des Familiennachzugs entspricht ungefähr der Einwohnerzahl einer Stadt wie Kaiserslautern oder Trier.
Ein Visum muss grundsätzlich bei einer deutschen Botschaft oder einem Konsulat im Herkunftsland beantragt werden. Die Bearbeitung erfolgt in Zusammenarbeit mit den zuständigen Ausländerbehörden am Wohnsitz des bereits in Deutschland lebenden Angehörigen.