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Die Weltwoche

Dienstag, 9. Dezember, guten Morgen im Adventskalender und Servus heute ganz besonders nach Österreich. Denn heute geht's bei uns um einen Tanz, der wird nirgends so gern so oft Und so schnell getanzt wie in Wien. Der Walzer, der Gesellschaftstanz, populär geworden im späten 18. Jahrhundert. Walzer tanzt man an einem Ball und der Ball ist so etwas wie der Inbegriff der besseren Gesellschaft, ein bürgerliches Ritual. In Wien eben der grossartige Opernball, das Alljährliche Stelldichein der Reichen und Schönen und all jener, die gerne das eine oder andere doch auch wären. Beim Walzer tanzen geht es natürlich sehr gesittet zu und her. Liebliche Musik, elegante Bewegungen, das Paar gleitet durch den Saal, wunderbar anzuschauen. Besonders eben in Wien, wo die Tanzkultur bis heute Hochkonjunktur hat. Dort dreht sich eben auch alles ein bisschen schneller als anderswo. 180 Schläge pro Minute hat ein echter Wiener Walzer. Die Paare wirbeln durch den Saal doppelt so schnell wie anderswo. Aber was heute so bourgeois aussieht, war es nicht immer. Im Gegenteil, es war mal ein ausgemachter Skandal, der Walzer als neuer Tanz. Einer der ersten Tänze, bei denen sich das Paar öffentlich umarmen durfte. Eine zeitgenössische deutsche Moralschrift verdammte den Walzer in Grund und Boden. Arm in Arm geschlungen, Brust auf Brust gepresst, Blick in Blick geschmolzen, mit einem jungen Kerl herumtollen, bis sich alles um sie her im Kreise dreht und Wolllust ihr und ihm aus den Augen glüht. Schrecklicher Anblick, das war der Walzer in den Augen der Moralisten und die Londoner Times schob nach 1816. Mit Bedauern müssen wir vermelden, dass der unanständige fremdländische Tanz, genannt Walzer, kürzlich am Englischen Hof eingeführt worden ist. Heute schmunzeln wir über die damalige Empörung. Walzer ist ja heute geradezu das Markenzeichen der Bourgeoisie geworden. Wünschenswert für junge Damen und Herren, die es in der Society zu etwas bringen wollen. Aber vielleicht ist das gar keine untypische Erfahrung. Was einmal Befreiung gebracht hat, kann auf eine unerwartete Weise plötzlich wieder zum Zwang werden. Und was einmal Normen gesprengt hat, kann seinerzeit plötzlich wieder die gesellschaftliche Norm sein, an der wir uns dann messen lassen. Darum sei auf der Hut. Du darfst tanzen, wie du willst. Tango, Foxtrot oder auch Walzer, was immer dir gut tut. Und du darfst auch leben, wie du willst. Sicher, wir brauchen Spielregeln im Umgang miteinander. Aber längst nicht jede Norm ist auch wirklich hilfreich. Einige verhindern mehr, als sie nützen. Sie verhindern nämlich neue Ideen und neue Wege. Und wenn du dich unfrei fühlst, dann sind nicht die anderen einfach daran schuld. Du hast ja den Tanz selbst gewählt. Oder tanzt du einfach mit, was alle anderen tanzen? Du musst dich anders positionieren, du musst die Haltung ändern und du wählst auch die nächsten Schritte. Tanze dein Leben, wie es dir gefällt. Das ist unser Tagestipp. Werde frei für das, was dir wichtig ist, was du tun möchtest und wie du leben möchtest. Tanze dein Leben, wie es dir gefällt. So viel für heute. Wer Zeit hat, kann musikalisch noch einen Augenblick mit Johann Strauss an der schönen blauen Donau verweilen und morgen wechselt die Musik dann ganz abrupt. Adieu, Dreivierteltakt und Servus Schlagzeug. Ich will ja nichts verraten, nur den Namen einer Blume, Krokus. Bis dann, alles Gute, einen taktvollen Tag und auf Wiedersehen.

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Calendrier de l'Avent – 9 décembre

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