Seit dem Inkrafttreten des Selbstbestimmungsgesetzes im August 2024 haben bundesweit über 22.000 Menschen ihren Geschlechtseintrag im Geburtenregister ändern lassen. Dies bestätigte das Statistische Bundesamt. Möglich sind seither nicht nur Wechsel zwischen «männlich» und «weiblich», sondern auch zu «divers» oder «kein Geschlecht» – und nach einem Jahr sogar ein erneuter Wechsel.
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Wie eine Erhebung unter den dreissig grössten Städten Deutschlands zeigt, sind die meisten Änderungen in Berlin (2747), Hamburg (972) und Köln (735) erfolgt. Besonders auffällig: In der Mehrheit der Städte liessen sich mehr Frauen zu Männern eintragen (1522), als Männer zu Frauen (1270).
Allein in Berlin wurden laut Auskunft der Verwaltung bis Ende November 1810 Änderungen für das Jahr 2025 registriert.
In Düsseldorf wurden seit 2024 insgesamt 328 Änderungen vorgenommen, darunter 129 von Mann zu Frau und 138 von Frau zu Mann. Leipzig meldete für 2025 100 Wechsel von Mann zu Frau, 152 von Frau zu Mann.
In Köln registrierte das Amt 451 Fälle im Jahr 2025. Darunter waren 136 Frauen, die als Männer registriert werden wollten, sowie 131 Männer, die als Frauen eingetragen wurden. Zusätzlich gab es über 100 Wechsel zu den Kategorien «divers» und «kein Geschlecht».
Die Regelung erlaubt nach einem Jahr eine erneute Änderung. Auch Personen mit «divers»- oder «kein Geschlecht»-Eintrag können später einen anderen Geschlechtseintrag wählen.