Der Umgang mit Russland bleibt auch jenseits der grossen Politik ein gesellschaftlicher Spaltpilz. Das belegt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey. Auf die Frage, ob es richtig sei, wenn ehemalige deutsche Spitzenpolitiker enge Kontakte und den Dialog mit Russland pflegten, antworteten nur 38,6 Prozent mit Ja – darunter 26,9 Prozent mit «eindeutig richtig». Demgegenüber sprachen sich 49,9 Prozent gegen eine solche Annäherung aus. Fast 40 Prozent davon lehnten dies «eindeutig» ab. Jeder Neunte zeigte sich unentschlossen. Civey befragte für die repräsentative Erhebung rund 5000 Personen.
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Spiegelbildlich fällt auch das russische Meinungsbild über Deutschland aus. Gemäss einer Erhebung des unabhängigen Moskauer Meinungsforschungsinstituts Lewada, über die der Stern berichtete, betrachten mittlerweile 55 Prozent der Russen Deutschland als das ihnen gegenüber feindlichste Land – noch vor den USA, die über Jahre an der Spitze lagen. 2020 lag dieser Wert bei nur 15 Prozent. Die Verschlechterung des Bildes korreliert mit deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine und dem schärferen Ton aus Berlin seit Amtsantritt von Kanzler Friedrich Merz (CDU).