Mit steigenden Spritpreisen wachsen auch die Steuereinnahmen des Staates. Bei einem Benzinpreis von 2 Euro pro Liter entfallen rund 1,13 Euro auf Steuern und Abgaben. Das erklärte Michael Haberland, Präsident des Automobilklubs «Mobil in Deutschland», der Bild-Zeitung.
Nach Angaben des Verbands machen staatliche Abgaben mehr als die Hälfte des Preises aus. Dazu zählen 50,1 Cent Energiesteuer, 15,4 Cent Ökosteuer sowie 15,7 Cent CO2-Steuer. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf den Gesamtpreis. Bei 2 Euro pro Liter entspricht dies rund 31,9 Cent. Steigt der Preis etwa auf 2,20 Euro, erhöht sich auch der Mehrwertsteueranteil auf rund 35,1 Cent.
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Haberland kritisierte diese Entwicklung und forderte staatliche Entlastungen. «Das ist ein Selbstbedienungsladen, das Geld in Form von Steuern sprudelt von allein», sagte er der Zeitung. Der Verband verlangt eine erneute staatliche Spritpreisbremse sowie das Aussetzen der CO2-Abgabe. Eine solche Massnahme hatte die Bundesregierung im Sommer 2022 wegen der Energiepreiskrise eingeführt.
Auch der ADAC äusserte Kritik an den Preissteigerungen. Eine Sprecherin sagte der Bild, Mineralölunternehmen gäben gestiegene Rohölpreise teilweise bereits an die Verbraucher weiter, obwohl Tanklager noch mit günstiger eingekauftem Kraftstoff gefüllt seien.
Nach Informationen der Zeitung forderte die SPD im Bund zudem eine kartellrechtliche Prüfung der aktuellen Preisentwicklung. Das Wirtschaftsministerium habe eine entsprechende Untersuchung zugesagt. Im Bundesfinanzministerium würden zudem mögliche wirtschaftliche Folgen steigender Energiepreise beobachtet.