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Ein Mann für tausend Tore

Russlands Eishockeygenie Alexander Owetschkin bricht den Torrekord in Amerikas Profi-Liga. Trainerlegende Arno Del Curto sagt, weshalb noch mehr drin liegt.

Der russische Eishockeystürmer Alex Owetschkin hat mit seinem Treffer gegen die Colorado Avalanche als zweiter Spieler der NHL-Geschichte die Marke von 1000 Toren in Regular Season und Playoffs erreicht.

Der 40-jährige Kapitän der Washington Capitals erzielte sein Jubiläumstor im dritten Drittel im Powerplay – aus jener linken Schussposition, die zu seinem Markenzeichen geworden ist. Insgesamt kommt Owetschkin nun auf 923 Tore in der Regular Season sowie 77 Treffer in 161 Playoff-Spielen. Damit zieht er mit Wayne Gretzky gleich, der bislang als einziger Spieler die Marke von über 1000 NHL-Toren erreicht hatte und insgesamt 1016 Tore verbuchte.

2025 Getty Images
ST PAUL, MINNESOTA - MARCH 27: Alex Ovechkin #8 of the Washington Capitals shoots the puck against the Minnesota Wild in the second period at Xcel Energy Center on March 27, 2025 in St Paul, Minnesota. (Photo by David Berding/Getty Images)
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Bereits im April 2025 hatte Owetschkin Gretzkys Rekord von 894 Regular-Season-Toren übertroffen – und brach den Torrekord in Amerikas Profiliga. Bereits damals sagte Trainerlegende Arno Del Curto im Gespräch mit der Weltwoche, weshalb noch mehr drin liegt.

Wer das Vergnügen hat, Alexander Owetschkin bei der Arbeit zuzuschauen, muss sämtliche Vorurteile im Eishockeysport beseitigen. Der 39-jährige Moskowiter verbindet all jene Gegensätze, die den Unterschied zwischen den Eishockey-Grossmächten Russland und Kanada auszumachen scheinen: Er besitzt so viel Gefühl in den Fingern wie ein Starpianist, er bewegt sich mit der katzenhaften Körperbeherrschung eines Tänzers am Bolschoi-Theater übers Eis – und er kann die Gegner vom Eis räumen, dass es jedem Holzfäller zwischen Halifax und Vancouver warm ums Herz wird. Und sein Schuss trifft (fast) immer.

Owetschkin ist der Prototyp des modernen Eishockeyprofis – und seit vergangenem Sonntag Inhaber eines Rekords, der eigentlich auf ewig für die kanadische Ikone Wayne Gretzky reserviert gewesen zu sein schien. Mit seinem 895. Treffer im Auswärtsspiel gegen die New York Islanders löste Owetschkin den Kanadier an der Allzeitspitze der besten Liga der Welt ab.

 

Brücke zwischen West und Ost

Der grosse Moment wurde in der UBS Arena auf Long Island zelebriert, wie es nur in der Traumfabrik des nordamerikanischen Profisports möglich ist. Die Uhr auf dem Videowürfel wurde angehalten, der Augenblick quasi konserviert.

Der 39-jährige Owetschkin warf sich vor Freude auf das Eis und wurde von seinen Teamkollegen förmlich überrannt. «Es ist das grösste Tor in der Geschichte der NHL», sagte sein Mitspieler Tom Wilson später.

Direkt nach dem Rekordtor wurde das Spiel für rund zwanzig Minuten unterbrochen. Owetschkin nahm im Kreis seiner Mannschaft und seiner Familie die Huldigungen von Wayne Gretzky und von NHL-Commissioner Gary Bettman entgegen. «Ovi, Ovi!», riefen die Zuschauer. Auch die Islanders-Fans feierten Owetschkin euphorisch.

Er bewegt sich katzenhaft wie ein Bolschoi-Tänzer, räumt Gegner weg wie ein kanadischer Holzfäller.

Als Gretzky ans Mikrofon trat, wehte der Atem der Geschichte durch die Arena: «Es war mir eine Ehre, drei Jahrzehnte lang den Torrekord der National Hockey League zu halten. Ich freue mich nun sehr, diese Ehre an einen Mann weitergeben zu können, der wirklich dafür geboren ist, den Puck ins Tor zu schiessen, und der unser Spiel mit bemerkenswerter Leidenschaft und Kraft gespielt hat.»

Dann erinnert sich Gretzky an den Moment seines Rekordtors: «Ich werde meinem Idol Gordie Howe ewig dankbar sein, wie er mir 1994 zu meinem Rekord gratuliert hat. Und ich freue mich riesig, dass ich dabei sein und diesen Moment mit dir teilen kann, Alex, da du nun der erfolgreichste Torschütze der NHL-Geschichte bist.»

Ein Mann, der die Szenen in der Schweiz am Fernseher verfolgte, war der ewige Davoser Meistertrainer Arno Del Curto, ein grosser Kenner und Bewunderer des russischen Eishockeys. Noch am Tag danach war der St. Moritzer sichtlich berührt: «Das waren ergreifende und geschichtsträchtige Szenen. Die ganze Eishockeywelt verneigte sich, um diesen grossen Moment angemessen zu feiern.»

Für Del Curto verkörpert Owetschkin den perfekten Eishockeyspieler: «Er verfügt über eine phänomenale Schusstechnik und über eine Zielstrebigkeit, die man selten findet.» Aber Owetschkin sei auch eine Persönlichkeit, die in schwierigen Zeiten die Brücke zwischen West und Ost bilden könne: «Man spürt den grossen Respekt, den Owetschkin in Nordamerika geniesst. Die Fans verneigten sich vor einem grandiosen Sportler und einer Persönlichkeit mit grossem sozialem Herzen. Dass Owetschkin aus Russland stammt, spielt hier keine Rolle.»

Del Curto glaubt, dass sich Owetschkin in den zwanzig Jahren in Washington angepasst und die nordamerikanische Mentalität angenommen habe. Dass er (wie die meisten Eishockeyspieler) weit oben in der Gunst von Wladimir Putin steht, ändert daran nichts.

 

Scheuer Blick auf Gretzky

Der Hochgelobte selber gab sich im vielleicht grössten Moment seiner Karriere bescheiden: «Was für ein Tag. Wie ich immer sage, ist es ein Mannschaftssport. Ohne meine Kollegen, die ganze Organisation, die Fans und die Trainer würde ich nie hier stehen und natürlich nie an dem grossen Erfolg von The Great One vorbeikommen», sagte er bei seiner Rede auf dem Eis – und blickte fast ein wenig schüchtern zu Wayne Gretzky.

Für seinen Rekord brauchte Owetschkin 1487 Partien in der National Hockey League – exakt gleich viele, wie Gretzky für die alte Bestmarke benötigt hatte. Es sind Zahlen für die Geschichtsbücher – aber nicht unbedingt für die Ewigkeit. Alexander Owetschkin ist 39 Jahre alt: «erst», wie Arno Del Curto sagt. Der Schweizer glaubt fest daran, dass der Russe sogar die Marke von tausend Toren erreichen kann.

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