Nach der ARD-Show «Die 100» regt sich Kritik an der Sendung – nicht von aussen, sondern aus dem Inneren. Teilnehmer Tobias Berodt schildert dem Nachrichtenportal Nius seine Eindrücke von einem Abend, den er als «politisch inszeniert» und «peinlich» beschreibt. Besonders ein Moment sei ihm unangenehm in Erinnerung geblieben: der sogenannte Hautfarben-Test, bei dem einer der wenigen nicht weissen Teilnehmer im Studio als Anschauungsobjekt herhalten musste.
«Der peinlichste Moment war mit Abstand dieses Rassismus-Debakel», sagte Berodt. «Dass Sie da dem einzigen Schwarzen im gesamten Raum die Hautfarben-Karte rangehalten haben – also ekelhafter ging es ja wohl gar nicht mehr.»
Die ARD-Sendung, in der hundert Bürgerinnen und Bürger zu aktuellen politischen Themen diskutieren, gerät damit erneut in die Kritik. Bereits zuvor war hinterfragt worden, wie transparent der Auswahlprozess der Teilnehmer verläuft. Berodt, ein Energieberater aus Mecklenburg-Vorpommern, spricht von einer «sehr politischen» Vorauswahl: «70 bis 80 Prozent der Leute da waren eher grün, SPD oder Linke.» Themen wie das AfD-Verbotsverfahren oder die Energiewende seien bei den Vorgesprächen gezielt abgefragt worden.
Auch der Verlauf der Show habe ihn zunehmend irritiert. Als er sich gegen ein AfD-Verbot aussprach, habe sich die Stimmung spürbar abgekühlt. Andere Szenen, wie eine als «Flüchtlingspredigt» inszenierte Ansprache der Moderatorin Anna Planken direkt von einem Feldbett, kommentiert Berodt mit sichtbarem Unverständnis.
Sein Fazit: Die ARD-Show habe sich mehr wie ein inszeniertes PR-Spektakel für die Regierung denn wie eine offene Debatte über Politik angefühlt. «Ich habe früh gemerkt, dass irgendwas voll in die falsche Richtung läuft», so der Teilnehmer. Die ARD hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäussert.