Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt am Mittwoch, dem 8. April 2000 und 26. Ich sende aus. Budapest, es tagt gerade hier, die Sonne geht auf, kontinentales Klima, denn gestern habe ich mir die Chance nicht entgehen lassen, an dieser spektakulären Wahlkampfveranstaltung des Langzeitpremiers Viktor Orban und eines prominenten Wahlhelfers aus den Vereinigten Staaten von Amerika teilzunehmen. Es war kein geringerer als J.D. Vance, der Vizepräsident der USA, der für mich einer der interessantesten und auch gehaltvollsten Politiker der Gegenwart ist, noch erstaunlich jung in den 40ern. Er hat jetzt erklärt, dass seine Frau zum vierten Mal schwanger sei. Und zusammen mit Viktor Orban sieht er sich da an der Speerspitze. gewissermassen als Avantgarde der Verteidigung des Westens und der westlichen Werte, die er sehr, sehr eloquent zu vertreten wusste. Zuerst vor einer Gruppe internationaler Medien und dann am Abend an einer dick aufgetragenen Wahlkampf-Sportarenen-Veranstaltung im amerikanischen Kolossalstil. Ich werde in der internationalen Ausgabe darauf sprechen. Zurückkommen aus schweizerischer Sicht vielleicht nur dies, bei uns würde das nicht so gut ankommen, wenn ausländische Regierungsvertreter sich dermassen offensichtlich in den Wahlkampf einmischten, beispielsweise für eine Regierungspartei, gleichzeitig aber die Einmischungen der EU kritisieren. Also nicht ohne Ironie war das, was hier zu beobachten war, aber, und das ist aus schweizerischer Sicht auch noch erwähnenswert, es ist schon unglaublich. wie die EU in diesen Wahlkampf hineinfunkt. Und das sollte man schon nicht ganz verdrängen, zumal ja auch in der Schweiz das Thema jetzt akut ist. Wie weiter mit Brüssel? Soll man sich diesen institutionellen Verträgen anschliessen? Oder aber wäre das, wie ich hier bereits seit vielen Monaten immer wieder in den Äther hinausrufe, wäre, dass die Schweiz in ihren Grundfesten bedrohende Unterwerfung. Und ich glaube, in Ungarn ist das Bewusstsein gegenüber den Bevormundungen der EU sehr, sehr stark. Auch wenn natürlich das verhasste Brüssel auch an den Geldtöpfen sitzt, die in Ungarn entsprechend natürlich auch den rechtlichen Ansprüchen gerne verwendet werden. Also aufgepasst, wenn man da mal ange... Dockt ist er an die Versorgungsströme. Dann gibt es auch schnell Entzugserscheinungen, wenn Brüssel den Hahn zutritt. Für die Schweiz, das scheint mir immer wieder evident, in dieser aufgewühlten, aufgekratzten Welt bleibt die Unabhängigkeit, bleibt vor allem die Neutralität ein unschätzbares Gut, eine Lebensversicherung und auch ein Schutzschild. Denn es geht sehr, sehr schnell, dass man hineingezogen wird. in die internationalen Verstrickungen. Und den Schweizer NATO-Fans möchte ich noch einen Gedanken auf den Weg mitgeben. Was denkt ihr, was glaubt ihr? Wo ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass die NATO im Ernstfall der Schweiz die Kavallerie zu Hilfe schickt oder aber, dass Schweizer Soldaten bei Auslandeinsätzen der NATO sterben müssen? NATO-Hilfe oder Tod unserer Soldaten bei NATO einsetzen, was ist wohl das wahrscheinlichere Szenario, wenn das passiert, was leider sehr viele unserer Leute in Bern geradezu heisshungrig anzustreben scheinen, nämlich eine stärkere Anbindung, Annäherung der Schweiz an diese westliche Militärallianz, die von vielen als Verteidigungsbündnis bezeichnet wird. Allerdings, es fällt einem... zuweilen schwer, dieser Selbstbeschreibung zu folgen, wenn man sieht, wie sprungbereit, auch wie aggressiv zuweilen diese NATO auftritt und gerade einige ihrer bekanntesten Vertreter derzeit in der Europäischen Union. Abgesehen davon fragen wir uns natürlich bei Weltwoche Daily, welcher NATO würde man sich denn im Ernstfall annähern? Wäre es die NATO von Donald Trump, die jetzt gerade im Iran in Kriege rische Verstrickungen sich hineingestürzt hat? Oder wäre es die NATO der EU, unserer europäischen Nachbarn, die sich da raushält, gleichzeitig die Amerikaner wegen Grönland mangelnder Solidarität bezichtigt? Da soll noch einer die Übersicht behalten bei all diesen NATOs. Übrigens zum Krieg im Iran. Ja. versteigt sich, vergaloppiert sich, verhaspelt sich oder aber spielt siebendimensionales Schach. So genau ist das im Moment nicht festzustellen. Der amerikanische Präsident mit immer neuen Ultimaten. Die absolute Zerstörung, die auch in blumigsten Worten übers Internet verkündete, Totalbombardierung der iranischen Infrastruktur ist bis dato ausgeblieben. Stattdessen hat Trump nun eine... zweiwöchige Waffenruhe in Aussicht gestellt dafür, dass Teheran die Strasse von Hormuz öffnet, die Ölpreise sinken, die Aktienmärkte jubeln und wir fragen uns, was ist da das Nächste, was im Schilde geführt wird. Wir stehen ja als Zaungäste diesem Geschehen machtlos gegenüber, müssen aber aufpassen, dass wir die Variablen, die wir beeinträchtigen, flussen können, gerade aus der Schweiz heraus, nicht auch noch durch eigene Dummheiten in die falsche Richtung bringen. Unabhängigkeit, Beweglichkeit, Weltoffenheit bleibt Trumpf für unser Land. Daran sollte es keinen Zweifel geben. Wenn es trotzdem einen gibt, schicken Sie ihn mir zu. Ich setze mich damit auseinander. Grosses Aufsehen erregt das Interview, das wir bereits gestern angesprochen haben, mit dem SP Dwyer. Rudolf Strahn, dem früheren Preisüberwacher und Ökonomen, der einen unverhohlenen Werbespot für die 10 Millionen Schweiz-Initiative der SVP abgegeben hat. Natürlich kann es sich Strahn nicht erlauben, für die SVP Wahlkampf zu betreiben, Abstimmungskampf. Aber es ist schon bemerkenswert, was er dem Kollegen Brielmann der NZZ da alles diktiert hat. Und vor allem ein Punkt sticht ins Auge, das ist... Die Aussage, und sie ist schon von früheren etablierten SP-Grössen immer wieder erwähnt worden, nämlich dass die Sozialdemokraten das Thema Zuwanderung komplett aus den Händen gegeben hätten. Man habe sich da einer akademisierten, wirklichkeitsabgewandten, ideologischen Verblendung hingegeben und so eben auch Eine strategische Position der SP geräumt, mit natürlich gewaltigen Konsequenzen, denn durch die Zustimmung zu einer schrankenlosen Zuwanderung, sagen die Genossen im Grunde auch ja, zu einer Ausplünderung des von ihnen aufgebauten Sozialstaats. Und Leute wie Strahm, das sind eben Sozialdemokraten von altem Schrot und Korn, die noch wissen, dass das Geld, das du im Sozialstaat ausgeben willst, zuerst einmal verdient werden muss. Das ist ja heute bei vielen jüngeren Sozialdemokraten nicht mehr wirklich Common Sense. Diese Sozialdemokraten können da nicht mitmachen. Auf der anderen Seite sieht man das Dilemma, wenn es SP-Exponenten gibt, die diese rechten Themen übernehmen. Dann hat das oft auch ihre Parteien in Schwierigkeiten gestürzt. Bewahrt sie auch nicht vor Niedergang? Wir sehen es jetzt beispielsweise in Dänemark. Da ist ja die Ministerpräsidentin Fredriksen in Schwierigkeiten geraten, in die Berdouille. obwohl sie ja in zuwanderungspolitischer Hinsicht da durchaus mithalten konnte, mit den scharfen Tönen, die da von rechts erklingen. Strahm auf jeden Fall mit einer sehr bemerkenswerten Stellungnahme, einem Weckruf zu Handen der Sozialdemokratie, dieses Thema endlich anzupacken und es nicht dem Gegner zu überlassen. Die Reaktion folgt auf dem Fusse. Zahlreiche prominente SP-Mitglieder weisen darauf hin, dass sie doch wahnsinnig viel unternehmen. Sie würden beim Thema Wohnungsnot, bei anderen Fragen sozialstaatlicher Absicherung ganz massive Konzepte entwerfen. Das allerdings wird von Strahm verworfen als kontraproduktive Überregulierung eines ohnehin schon allzu stark belasteten Arbeitsmarkts mit entsprechender Konjunktur. Konsequenz, dies ein Thema, das sicherlich zu reden gibt. Weiterhin die in den Seilen hängende SP, auch von zum Teil Führungswirren gepeitscht, ist da gefragt. Über die Trumpsche Eskalationsverschiebung haben wir gesprochen. Da noch ein interessantes Zitat des amerikanischen Top-Bankers Jamie Dimon. Das müssen sich alle merken, die nach wie vor der Auffassung sind, dass eine stärkere Anbindung der Schweiz an die EU den Wohlstand in unserem Land nach oben katapultieren würde. Ich bin da nicht so sicher. Und Jamie Dimon, der Chef von JP Morgan, einer der erfolgreichsten, vielleicht der erfolgreichste Banker der Gegenwart, der sagt, Europa ist handlungsunfähig, glaubt Dimon, der mächtigste Banker der Wall Street. Und ich glaube, er ist nicht der Einzige, der es so sieht. auch JD Vance gestern. In Budapest also mit einer phasenweise Brandrede gegen die Eurokraten. Verbunden allerdings mit einer Liebeserklärung an Europa. Er und Präsident Trump würden Europa lieben. Gerade deshalb kritisiert man Europa bzw. die EU, diesen eurokratischen, maximalinvasiven, gesichtslosen Apparat, der sich da anmasst auf die Leute herunterzuhalten. Das wurde also in Worten geschildert, wie man sie in der Schweiz vielleicht schon vor 30 Jahren zum ersten Mal gehört hat, aus dem Mund eines damals noch nicht allzu bekannten, verhaltensauffälligen Zürcher Politikers namens Christoph Blocher. Unterstützung für Orban, Vance wirft der EU schändliche Einmischung in Ungarens Wahl vor, während er sich gleichzeitig selber in die Wahlen ein... Mist. Todesstrafe für Terroristen. Die Schweiz kritisiert Israel und lädt den Botschafter vor. Was ist mit der Schweiz los? Diese Einmischungen auch da jetzt wieder von einem Kleinstaat. Darauf hat die Welt gewartet, dass unsere Bundesräte, die ja unglaublich alles im Griff haben in der Schweiz, dass die jetzt die Botschafter von anderen Staaten einbestellen, um ihnen die Leviten zu lesen. Was haben die Schweizer für eine Ahnung? von der Situation in Israel im Nahen Osten. Was haben so viele auch selbstberufene Kritiker hier für eine Meinung, die sich ja die drastischen Werturteile zutrauen, ohne vielleicht, das ist jetzt eine kühne Vermutung vielleicht, ohne auch nur in Ansätzen, sich etwas mit den geschichtlichen Hintergründen auseinander auszukennen. Nun also die Schweiz hier wieder auf der Bank des Anklägers, der da mit... Empörungsgeste ein anderes Land an den Pranger stellt und da den Botschafter vorführt. Das ist nicht der Weg der Schweiz in einer Welt, die ohnehin an allen Ecken und Enden Konflikt bedroht ist. Nicht, weil die Menschen plötzlich verrückt geworden wären, sondern weil wir eine Machtverschiebung auf der internationalen Bühne feststellen. Das, was im Nahen Osten passiert. Das ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Ja, und mir gefällt auch nicht alles in Israel. Aber Entschuldigung, wenn man sich dermassen gegen Israel stellt, die einzige Demokratie dort im Nahen Osten, ja, dann macht man sich einfach zum nützlichen Helfer eines Regimes in Teheran, an dessen Erfolg in diesem Krieg nun also im Westen niemand ein Interesse haben kann. auch wenn man damit nicht alle Iraner in die Tonne treten will und auch beileibe nicht alle Muslime. Wir setzen uns ja auch immer wieder mit fremden Kulturen, mit anderen Zivilisationen auseinander. Aber es ist zumindest für mich nicht nachvollziehbar oder schwer nachvollziehbar. Dass man sich dermassen ins Zeug legt, faktisch für einen Staat wie Iran, der seit bald einem halben Jahrhundert Israel mit der Vernichtung droht. Und jetzt kann man lange argumentieren, was sind die historischen Wurzeln dieser Vernichtungsdrohung. Natürlich können Sie auch das letztinstanzlich erklären und vermutlich sind dann irgendwann auch die Amerikaner schuld und die Israeli selber, dass ihnen die anderen mit der Vernichtung drohen. Aber ich glaube nicht, dass es so läuft in der realen Welt da draussen, wenn ein anderes Land, ein anderes... zerstören will, dann muss man sich wehren. Das hat die Schweiz übrigens auch gemacht, als die Wehrmacht 1940 mit dem Gedanken spielte, über die Schweiz Frankreich angreifen zu wollen. Das ist eine Frage des nationalen Überlebens. Mein Plädoyer ist jetzt nicht, dass man sich mit der gleichen Vehemenz, wie einige jetzt auf Israel und Amerika einprügeln, dagegen stellt und dann in... Unkritische Lobhudeleien ausbricht, aber etwas Zurückhaltung im Urteil, etwas versuchte Einfühlung in die Lebens- und Existenzsituation anderer Staaten, die nun wirklich in Umständen leben müssen, die ganz anders sind als unsere hier in der Schweiz. Aber damit möchte ich es bewenden lassen, weil beim Thema Nahost ist jedes Wort, das man fallen lässt, falsch. Es wird so wort. gegen einen in Anschlag gebracht. Wenn ich die Amerikaner und die Israeli kritisiere, wie ich das am Anfang des Iran-Kriegs getan habe, dann bin ich zusammengeprügelt worden von allen, die es anders sehen. Und wenn man dann quasi die Anti-Israel-Lobby, wenn man die etwas kritisch unter die Lupe nimmt, dann wird man zusammengestaucht von den Israel-Kritiken. Aber das ist auch okay so. Das hält lebendig und zwingt uns dazu, unsere Aussagen immer wieder selbstkritisch zu überprüfen. Auf jeden Fall danke ich Ihnen für die Aufmerksamkeit. Ich schalte mich gleich wieder ein mit der internationalen Ausgabe heute Morgen. Ihnen allen einen tollen Start in diesen Tag. Ich werde noch einmal die Gelegenheit haben, mit dem amerikanischen Vizepräsidenten in kleinerer Runde ins Gespräch zu kommen. Mal sehen, was wir dort hören. Er hat sich gestern aufreizend entspannt geäussert zu den Vorgängen am persischen Golf. Mal sehen. Jetzt wissen wir mehr, es zeichnen sich neue Entwicklungen ab und alles Weitere auf diesem Kanal. Bis dann. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht. beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen, wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst niemand zu unterhalten getraut, wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche, jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de, sowohl für Print als auch digital und massgeschneidert auch für Deutschland. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Ihnen... bedanken und wünsche Ihnen nun viel Vergnügen beim nächsten Video.
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