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Musik Grüezi miteinander, ich begrüsse Sie ganz herzlich zu einer weiteren Ausgabe von Weltwoche Daily Spezial Meilensteine der Schweizer Geschichte mit Professor Christoph Mörgl. Im Weltwoche Haus Historiker, lieber Christoph, wir sind hier am Flughafen, hinter uns sehen Sie das Start- und Landefeld, den Tower. den Zürcher Tower des Flughafens. Was machen wir hier? Warum ist das ein Meilenstein der Schweizer Geschichte? Grüezi miteinander. Der Flughafen Zürich, früher auch Zürich-Kloten genannt, heute eine Aktiengesellschaft, ist natürlich von eminenter wirtschaftlicher Bedeutung für die Schweiz. Er hat sich auch enorm entwickelt in wenigen Jahrzehnten und ist für unser Land nicht mehr wegzudenken. Auch wenn natürlich die Anfänge etwas harziger und schwierig waren. Wie würdest du das versinnbildlichen? Wie würdest du diese Bedeutung für die Schweiz untermalen? Warum ist dieser Flughafen dermassen wichtig für die Schweiz? Dieser Flughafen ist von wirtschaftlicher Bedeutung, weil sie natürlich Anbindung an die Welt bedeutet. Wir hätten viele Konzerne, die sich entschlossen haben, in der Schweiz sich niederzulassen, nicht. wenn nicht diese Möglichkeit hier wäre. Sehr viele Geschäftsleute wären nicht hier, auch KMUs, die sich weltweit ausgerichtet haben. Und was natürlich auch heute ein enormes wirtschaftliches Potenzial hat, ist der Tourismus. Die Schweizer sind vielleicht das reisefreudigste Land der Welt. Seit wann gibt es diese Möglichkeit? Seit wann sind wir in der Schweiz über diesen Flughafen angeschlossen an die Welt? Diesen Flughafen gibt es noch längst nicht so lange wie die Fliegerei in der Schweiz. Das hat so ungefähr 1910 begonnen, noch vor dem Ersten Weltkrieg, an verschiedenen Flugplätzen, vor allem aber in Dübendorf, Wangen, Brütisellen, in diesem Bereich, wo wir auch heute noch eine Fliegerei kennen, auch wenn sie da auch stritten ist, natürlich wegen dem Fluglärm. Aber da waren die Anfänge sowohl der militärischen Fliegerei wie auch der zivilen Fliegerei. Dort sind auch die ersten Maschinen der Swissair gestartet. Diese Swissair als nationale Fluggesellschaft, in Anführungszeichen mit Bundesbeteiligung, aber doch nicht ganz ohne Privatwirtschaft. Diese Swissair war da zuerst, das war ihr Heimathafen. Sie ist 1931 gegründet worden, wie ich gesagt habe, und diese Swissair hat sich als Fluggesellschaft natürlich enorm erarbeitet. auch als wichtige Wiesen beim weiteren Ausbau der Flughafen. Wer oder was war ausschlaggebend ursächlich, damit hier ein Flughafen gebaut wird? Tatsächlich hat man einen neuen Standort gesucht, bereits Ende der 30er Jahre. Die Swissair war gegründet mit 13 Maschinen, 87 Plätzen. 1934 sogar als erstes mit Flugbegleiterinnen auf dem europäischen Festland. Da war die Swissair pioniermässig unterwegs. Aber Ende der 30er Jahre sagte man sich, das geht nicht mehr, da ist zu wenig Platz in diesem Raum Dübendorf, in diesem oberen Glattal. Die Lärmbelastung wird gross und das Militär hatte natürlich zusätzliche Ansprüche, gerade im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs. Und so hat man geschaut, wo gibt es eine Alternative. Und ich persönlich glaube, das war der Entscheid von zwei Bauern. Ich habe es nicht ganz schlüssig nachweisen können bislang, aber ich bin der Meinung, der damalige Baudirektor des Kantons Zürich, Rudolf Maurer, ein Bauer aus Wallisellen-Rieden, der hat gesagt, dieses untere Glattal ist ideal. Das ist zwar Sumpfland, aber da hat es viele Möglichkeiten. Das ist flach, das ist grossräumig im Vergleich zu der übrigen Schweiz. Und er hat einen Deal gemacht mit dem damaligen Chef des Militärdepartements, Rudolf Minger. Auch er, ein Bauer, hat gesagt, du gibst mir deinen Waffenplatz Kloten, jedenfalls einen grossen Teil davon. Und hier machen wir gemeinsam einen grossen schweizerischen Flughafen. Gab es da auch Widerstand gegen diesen Entscheid? Da gab es natürlich Widerstand, die Bauern waren nicht unbedingt. begeistert, aber es gab dann doch ein Volksmeer bei verschiedenen Volksabstimmungen. Und der eigentliche Bau konnte dann erst am Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgen, denn die Flugtätigkeit war natürlich enorm eingeschränkt durch die kriegerischen Ereignisse. Und 1948 wurde dieser Flughafen Zürich. Kloten dann offiziell eingeweiht, damals noch recht klein. Es gab dann rasch Vergrösserungen. 1953 ein grosses Volksfest. Und man kann sagen, die Schweizerinnen und Schweizer waren natürlich begeistert über dieses Tor zur Schweiz. Das war faszinierend. Die Nachteile haben sich dann später natürlich ebenfalls eingestellt. Was war wichtiger? War dieser Flughafen eher aus militärischer Sicht? wichtig oder aus ökonomischer Anundat zu machen. Damals war ganz klar, dass dieser Flughafen Zürich in dieser Lage hier, er betrifft mehrere Gemeinden im Zürcher Unterland, zivil genutzt werden soll. Und zwar ausschliesslich zivil. Und so ist das auch geblieben. Es gab verschiedene Bauetappen. Damals vor allem das Baugeschäft Locher, das es noch gab, hat sich ebenfalls für diesen Standort ausgesprochen und hat geplant. 1953, wie gesagt, eine Vergrösserung erstmals. Es gab dann eine zweite, dritte, vierte, fünfte Bauetappe. Die dritte in den 70er Jahren, die vierte in den 80er Jahren und dann die fünfte in den 90er Jahren mit diesem berühmten E-Dock. Es gibt ja drei Docks, A, B und E. Und E ist erreichbar mit der Bahn, in die man... jeweils steigt, wenn man in die weite Welt gehen will. Könntest du den Werdegang dieses Flughafens noch ein bisschen mehr ausführen, vom regionalen, vom kleinen Flughafen zum internationalen Airport, mit Verknüpfung mit Flügen überall hin in die Welt? Es war nie vorgesehen in der Schweiz, dass hier in Zürich der einzige und der allerwichtigste Flughafen entstehen soll. Das hat sich dann so entwickelt. Aber auch die Basler haben sich geregt. Die haben ja den Flughafen Basel-Mülhus gegründet. Die Genfer, Genf-Montreux, ebenfalls eine Gründung, während die Berner sich schwer getan haben. Da war ein Flughafen in Utzensdorf geplant. Auch da hätte es ideale Möglichkeiten gegeben. Aber die Bauern haben sich gewehrt, haben gesagt, wir haben lieber Korn und Kartoffeln als einen solchen Flughafen. Das war vielleicht das Glück für Zürich. Denn die Wirtschaftsmetropole der Schweiz verdankt diesem Flughafen sehr viel. Wann war der Durchbruch dieses Flughafens? Wann wurde er richtig bedeutend, richtig gross? Eben mit diesem Terminal, wie es heute ist, Terminal E, wo man mit dem Zug sogar hinreisen muss. Wann wurde diese Sache hier, dieses Projekt, zum Grossprojekt? Es wurde bereits in den 50er Jahren richtig gross. Die Swisse hat geblüht, es gab immer mehr Angestellte. des Flughafens, heute fast 30.000, ist natürlich ein enormer Arbeitgeber, übrigens nicht nur für Schweizer, auch für manche Grenzgänger, die hier arbeiten. Also das hat sich wirklich enorm entwickelt und die Swissair war natürlich sehr, sehr gut unterwegs, sehr lange Zeit eine weltweit führende Firma, bis dann 2001 leider dieser grosse Absturz kam. Swissair Aufstieg und Fall ist das... Ging der parallel mit dem Flughafen oder wie war da dieser, was war die Bedeutung vielleicht der Swissair für diesen Flughafen? War das ein zusätzliches Magnet? Wie würdest du da so ein bisschen die Einordnung machen? Natürlich war die Swissair für die Schweizerinnen und Schweizer sehr, sehr wichtig. Ein Identifikationsprojekt, leider dann schlecht gemanagt in den 90er Jahren, sodass es eben zum Jähnabsturz kam. Aber der Flughafen hat dennoch floriert, hat auch diesen Absturz überlebt. Längst haben wir eine neue Swiss, leider nicht mehr in Schweizer Besitz, sondern Teil der Lufthansa. Aber das ging eigentlich den Flughafen relativ wenig an, erstaunlich wenig, wie man sich erholt hat. Die Covid-Pandemie war dann sehr viel einschneidender, als plötzlich ein grosser Teil, etwa 75 Prozent des Flugverkehrs, zusammenbrach. Aber diese Luft... Die Fahrtsgesellschaft, diese Flughafen AG, ist 1999 teilprivatisiert worden, gehört aber immer noch zum Teil dem Bund, dem Kanton Zürich, den Städten Zürich, Winterthur, sogar Kloten hat einen Anteil, aber das hat eigentlich floriert. Es gab zwar zuweilen Rückschläge bei Volksabstimmungen, denn es hat sich natürlich mit der Zeit durch die schiere Grösse, durch diese Ausbauten auch Widerstand gebildet, vor allem. aus Lärmschutzgründen. Ja genau, da gibt es ja Gemeinden, die besonders betroffen sind. Gibt es dazu vielleicht noch etwas zu sagen? Dieser Flughafen umfasst drei Anflugpisten, drei Abflugpisten heute und die Belastung der Bewohner. Ist natürlich gross, gleichzeitig muss man sagen, dass viele hierher gezogen sind, die eben vorher nicht hier wohnten und natürlich mit diesem Lärm doch ein Stück weit auch leben müssen. Sie nehmen diese Lärmemissionen in Kauf, zwangsweise. Wer aber nicht mehr mitspielte, hauptsächlich waren dann die Deutschen. 2001 ist ein Staatsvertrag gescheitert mit Deutschland. Die Deutschen haben gesagt, wir wollen diese Anflüge nicht mehr, wir sind da stark belastet. Ein Klammer ist zu sagen, die Schweizer sind ungleich mehr belastet. Und künftig war das also ein schweizerisches Problem. Wir haben natürlich Einschränkungen. Ab 6 Uhr morgens darf geflogen werden und nachts ist dann auch vor Mitternacht, deutlich vor Mitternacht, fertig. Aber das war dann ein innerschweizerisches Problem, ein Problem unter den Kantonen. Man musste diesen Fluglärm mehr oder weniger verteilen. Heute ist es politisch nicht mehr denkbar, dass wir... nur den Norden belasten, sondern der Süden sogar, die Goldküste, der Zürichsee kommt dran, auch andere Gebiete im Westen und im Osten sind belastet. Also das ist heute das Konzept sicher nicht sehr befriedigend, aber es hat sich demokratisch so eingependelt. Gibt es herausragende Persönlichkeiten, Pioniere, Visionäre, die diesen Flughafen besonders geprägt haben? Du hast die beiden Bauern, die Vielleicht am Ursprung dieses Flughafens stehen erwähnt, gibt es sonst noch Persönlichkeiten, die namentlich erwähnt werden müssen? Es gibt natürlich grosse Persönlichkeiten unter diesen Pionieren, unter diesen Unternehmern der Swissair, die dieses Unternehmen wirklich vorangebracht haben. Es sind auch bedeutende Führer der Schweizer Wirtschaft in diesem Verwaltungsrat gesessen. Mit der Zeit gab es dann vielleicht doch so etwas wie einen Filz. dass man sich nicht mehr so genau informiert hat, dass man sich auch nicht mehr so in die Probleme hineingekniet hat, sodass dann die entsprechenden Manager halt grosse Fehler gemacht haben, die dann leider zum Niedergang der Swissair geführt haben. Aber wie gesagt, den Flughafen hat dies insgesamt nicht betroffen. Bereits blickt man in die Zukunft. Man will künftig neue Wege wieder beschreiten. Man will das ganze Dock A erneuern, abbrechen. Und das soll dann 2033, so wie ich informiert bin, vollendet sein. Weisst du noch, wann du das erste Mal geflogen bist, hier an diesem Flughafen? Wann war dein erster Abflug? Das weiss ich noch sehr genau. Wir sind übrigens ein, zwei Mal bei einem Nachtausflug zu diesem Flughafen gefahren, mit den Geschwistern und den Eltern. Und da hat man etwas gegessen in einem Restaurant und hat die Flugzeuge bestaunt. Da war ich ein Primarschüler, aber ich kann mich ganz genau daran erinnern. Das war faszinierend. Ich hatte übrigens im Kindergarten schon eine Swissair-Tasche für meine Banane und mein Brötchen. Also die Swissair und dieser Flughafen waren präsent, auch in der Kindheit. Das erste Mal geflogen bin ich aber erst dann 1975, im Alter von 15 Jahren, ins Weltpfad Finderlanger, ins Jamboree, zuerst nach Dänemark und dann nach Norwegen. Was haben wir vergessen? Was gibt es Faszinierendes, Bemerkenswertes, Interessantes, sonst noch über diesen Flughafen, ehemals Klotenflughafen, noch zu erwähnen? Man darf sicher erwähnen, dass das eine enorme Organisation ist, die wirklich im Prinzip tadellos läuft. Also da wird sehr, sehr viel gemacht, auch für die Sicherheit. Wir wissen, wie man hier kontrolliert wird zu unserem Schutz. leider heute. Aber all das zu koordinieren mit leider zuweilen auch Zwischenfällen und Unfällen ist schon eine große Leistung. Und es ist ein bisschen schade, dass man natürlich vor allem die Katastrophen dann im Gedächtnis behält. 1963 in Dürrenäsch etwas Schlimmes, ein Absturz mit 80 Toten. Dann auch die Anschläge der Palästinenser 1969, 1970. Weitere Abstürze, ich weiss noch ganz genau, Halifax, dieses furchtbare Ereignis 1998, dieser berühmte Flug 111 mit fast 230 Toten, wenn ich mich recht erinnere. Das sind so Erinnerungen, aber das ist natürlich ungerecht, denn es passiert selten etwas und man ist mit dem Flugzeug heute sicher besser und sicherer unterwegs als beispielsweise mit dem Auto. Was natürlich auch zum Aufschwung beigetragen hat, ist die enorm gute Anbindung an den Verkehr, sowohl an den Individualverkehr durch die Autobahn, wie auch an den öffentlichen Verkehr durch die Bahnerschliessung. Also ein Lehrstück für Schweizer Pünktlichkeit, Präzision und Dienstleistung. So sollte das sein. Natürlich gibt es Ausnahmen, natürlich wird auch geschimpft, natürlich kommt es manchmal zu Pannen. Aber insgesamt, glaube ich, ist es wirklich eine beeindruckende Organisation, die man als Laie überhaupt nicht durchschauen kann. Lieber Christoph, ganz herzlichen Dank für diese Ausführungen. Und mit diesen Bildern verabschieden wir uns ins Wochenende. Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Samstag. Bis zum nächsten Mal bei Weltwoche Daily Spezial und vor allem Meilensteine der Schweizer Geschichte mit Professor Christoph Mörgli. Vielen Dank. Untertitelung des ZDF, 2020

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Jalons de l'histoire suisse: Prof. Christoph Mörgeli sur l'aéroport de Zurich, nombril du monde, garant de prospérité et de progrès

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