China und der Iran verhandeln über den Kauf moderner Anti-Schiffs-Raketen des Typs CM-302, die im Persischen Golf gegen westliche Kriegsschiffe eingesetzt werden könnten. Das berichten Sicherheitsquellen aus dem Nahen Osten laut dem israelischen Militärkorrespondenten Arie Egozi.
Demnach befindet sich Teheran in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Vertrag zur Lieferung der chinesischen Überschall-Marschflugkörper. Die Rakete CM-302 ist die Exportversion der chinesischen Anti-Schiffs-Waffe YJ-12 und wird vom Rüstungskonzern Casic hergestellt. Sie gilt als eine der leistungsfähigsten Anti-Schiffs-Raketen im chinesischen Arsenal.
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Die mögliche Beschaffung steht im Zusammenhang mit zunehmenden Spannungen im Persischen Golf. Washington erwägt verstärkte Kontrollen zur See, um Irans Ölexporte einzuschränken. Dazu gehört auch eine stärkere Präsenz amerikanischer Flugzeugträgerverbände in der Region, die mögliche Umgehungsgeschäfte oder iranische Manöver in der strategisch wichtigen Strasse von Hormus überwachen sollen.
Die CM-302 besitzt nach Angaben von Militäranalysten eine Reichweite von rund 290 Kilometern und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu Mach 3. Der Flugkörper kann von Schiffen, Flugzeugen oder mobilen Bodenplattformen gestartet werden. Sein Flugprofil ist auf niedrige Flughöhen und hohe Geschwindigkeit ausgelegt, um gegnerische Abwehrsysteme möglichst spät reagieren zu lassen.
Die etwa sieben Meter lange Rakete wiegt rund 2,5 Tonnen und trägt einen Sprengkopf von etwa 250 Kilogramm. Sie wird von einem Staustrahltriebwerk angetrieben und nutzt eine Kombination aus Trägheitsnavigation, Satellitensteuerung und aktiver Radarzielsuche in der Endphase.