Die Verhaftung der Bezirksrichterin Hannah Dugan in Milwaukee hat die USA in Aufruhr versetzt. Die 65-Jährige wurde festgenommen, weil sie einem illegal eingereisten Mexikaner die Flucht vor der Bundespolizei ICE ermöglicht haben soll.
Wie die Bild-Zeitung berichtet, verhandelte Dugan am 18. April den Fall von Eduardo Flores-Ruiz, der wegen Körperverletzung angeklagt war. Während Polizisten auf seine Überstellung warteten, ermöglichte Dugan dem Mann die Flucht durch eine Nebentür. Er wurde später nach einer Verfolgungsjagd festgenommen.
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Eine Woche später klickten auch bei der Richterin die Handschellen. Ihr wird unter anderem das «Verbergen einer Person zur Verhinderung der Festnahme» vorgeworfen. Während Kritiker sie als Gesetzesbrecherin verurteilen, wird sie von Unterstützern als Märtyrerin der Menschlichkeit gefeiert.
Der Politikwissenschaftler Tom Mannewitz warnte in der Bild, das Vorgehen der Regierung unter Präsident Donald Trump könnte eine «Verfassungskrise» auslösen. Trumps harter Kurs gegen illegale Einwanderer trifft immer wieder auf Widerstand innerhalb der Justiz.
Auch Ansgar Graw, Autor von «Die Ära Trump», betonte: «Niemand steht über dem Gesetz, auch nicht eine Bezirksrichterin aus Milwaukee».