Nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 hat sich die Zuwanderung aus Syrien nach Deutschland nahezu halbiert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden von Januar bis September 2025 nur noch rund 40.000 syrische Zuzüge registriert – ein Rückgang um 46,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Welt berichtet.
PHILIPP SCHULZE / KEYSTONE
Gleichzeitig steigt die Zahl der Rückkehrer: Über 21.800 syrische Staatsangehörige haben Deutschland im selben Zeitraum wieder verlassen, das entspricht einer Zunahme von 35,3 Prozent. Auch die Asylerstanträge sind laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge deutlich zurückgegangen – um über zwei Drittel. Dennoch stellen Syrer mit 21,9 Prozent weiterhin die grösste Gruppe unter den Asylbewerbern. Die Zahlen des Bundesamts beziehen sich ausschliesslich auf die Nationalität – nicht auf den Schutzstatus oder Fluchtgründe. Der Trend deutet dennoch auf eine Wende in der syrischen Migrationsbewegung hin.
Richterliche Entscheidungen, wonach Syrien inzwischen als sicher eingestuft wird, könnten den Rückgang mitverursacht haben. Aussenminister Johann Wadephul (CDU) hatte sich bei einem Besuch in Damaskus jedoch skeptisch gezeigt: «Syrien sieht schlimmer aus als Deutschland 1945.» Kanzler Friedrich Merz (CDU) betonte dennoch das Ziel der Bundesregierung, Rückführungen auch weiterhin anzustreben. «Der Bürgerkrieg ist vorbei, es gibt keinen Grund mehr für Asyl in Deutschland», so Merz.