Vor einiger Zeit präsentierte der innovative südkoreanische Automobilhersteller Kia der Weltöffentlichkeit eine Designstudie namens PV5 WKNDR (verkürzt für «Weekender»), der auf der neuen PBV-Architektur gebaut wird. Die «Platform Beyond Vehicle» ist so etwas wie das Schweizer Sackmesser von Kia, der PV5 WKNDR wurde als flexibles Wohnmobil mit einem Innenraum designt, der sich in kürzester Zeit nach Wunsch umgestalten lässt.
2026 soll tatsächlich ein Kia-Camper-Van auf den Markt kommen, und auch wenn die Designstudie WKNDR vorerst eine Studie bleibt, bringt Kia schon dieses Jahr PV5-Modelle in die Schweiz. Die vielseitige Sackmesserart ist dem Fahrzeug zum Glück geblieben, das erste Modell von Kia auf dem Gebiet der elektrischen leichten Nutzfahrzeuge ist von einem besonderen Entwicklungsansatz bestimmt: Die PBV-Philosophie sei geprägt von dem direkten Input von Kunden und einer Kombination aus Modularität, Konnektivität und Anpassungsfähigkeit.
Leichten elektrischen Nutzfahrzeugen kommt in den nächsten Jahren eine Schlüsselrolle in der Dekarbonisierung des Verkehrs zu. Der Markt ist zurzeit zwar noch überschaubar, er dürfte in den kommenden Jahren aber rasant wachsen. Die Hersteller gehen von einem europäischen Volumen von rund 70 000 Fahrzeugen pro Jahr aus.
Ausgeweitete Roadmap des Bundes
Im Herbst 2025 hat der Bund die freiwillige Roadmap Elektromobilität bis 2030 verlängert und ausgeweitet. Neu werden neben Personenwagen auch Lastwagen, leichte Nutzfahrzeuge und Busse in die Strategie einbezogen. «Der Güter- und der öffentliche Verkehr spielen eine entscheidende Rolle. [. . .] Damit können Synergien bei der Ladeinfrastruktur genutzt und die Dekarbonisierung des gesamten Strassenverkehrs weiter vorangetrieben werden», heisst es in einem Text auf der Website des Bundesamts für Strassen (Astra).
Ein neues Angebot wie die Kia-PV5-Serie passt also perfekt in die Zeit. Die modern gezeichneten, leichten Nutzfahrzeuge sind wahlweise als Personentransporter oder als Cargo-Variante erhältlich, aber auch Spezialaufbauten, rollstuhlgängige Fahrzeuge und vieles mehr ist möglich. Und schon die ersten Erfahrungen zeigen, dass der «coole Kasten aus Korea» (Sonntagszeitung) ziemlich überzeugend unterwegs ist. Mit der Kombination aus gutem Design, enormer Vielseitigkeit, grosser Reichweite, hohen Ladegeschwindigkeiten und attraktiven Preisen positioniert sich Kia mit guten Lösungen in einem vielversprechenden Segment.
Bei Kia sieht man die Entwicklung des PV5 als «Meilenstein» und «Beginn einer neuen Ära».
Bei Kia sieht man die Entwicklung des PV5 als «Meilenstein». Die kürzlich gegründete globale Division für das Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen unterstreiche das Bestreben des Unternehmens, über den klassischen PKW hinauszudenken und sich als Anbieter nachhaltiger Mobilitätslösungen für Verbraucher und Unternehmer zu etablieren, heisst es. «Da sich unser PBV-Geschäft als zentrale Säule unserer Strategie etabliert, markiert der Kia PV5 den Beginn einer neuen Ära», sagt Marc Hedrich, Präsident und CEO von Kia Europe.
Nutzfahrzeugkunden sind allerdings im Wortsinn praktische Leute, grosse Ankündigungen sind noch kein Erfolgsrezept. Aber vor allem, wenn es um praktische Fragen geht, haben die Entwickler, Ingenieure und Strategen von Kia die Arbeit gemacht. Die strategische Position der Fahrzeuge beispielsweise zwischen den C- und D-Segmenten bietet die Möglichkeit von verschiedenen Längen- und Höhenkombinationen. Die Aussenmasse (4,7 Meter Länge) entspricht Modellen im C-Segment, das Ladevolumen hingegen ist mit dem D-Segment vergleichbar.
In der Cargo-Variante bietet das Modell ein Ladevolumen von bis zu 4,4 Kubikmetern, eine Nutzlast von bis zu 790 Kilogramm (690 Kilogramm mit der Longrange-Batterie) und eine besonders nierige Ladekante. Als Personentransporter beträgt die Einstiegshöhe lediglich knapp vierzig Zentimeter, was ein Bestwert in dieser Klasse ist. Zum Marktstart ist der Kia PV5 mit einer Fünf-Personen-Konfiguration erhältlich, Layouts für sechs und sieben Personen sollen bald folgen – das Versprechen eines Autos mit besonders hoher Flexibilität nimmt man bei Kia sehr ernst.
Jederzeit ausgewogen
Ein besonderes Augenmerk haben die Techniker auf die Fahrdynamik des PV5 gelegt. Werden Personen oder Waren befördert oder wird der Kia leer bewegt, ändern sich zwar die Anforderungen an das Fahrwerk, es soll aber jederzeit ausgewogen und komfortabel sein – auch bei voller Beladung. Auch der Antriebsstrang wurde entwickelt, um verschiedene Bedürfnisse gut abdecken zu können. Ein vorne angebrachter Elektromotor leistet bis zu 120 kW und 250 Nm Drehmoment.
Die Kapazität der Batterie für bis zu 416 Kilometer Reichweite beträgt 51,5 oder 71,2 kWh bei der Passenger-Variante, für die Cargo-Variante ist zusätzlich ein 43,3-kWh-Akku erhältlich. Vor allem aber lässt sich die Batterie mit bis zu 150 kW schnell laden, was gerade für gewerbliche Einsätze Sinn macht. Der Akku kann von 10 bis 80 Prozent in rund dreissig Minuten geladen werden – nicht mehr als eine Mittagspause.
Zur Kia-Strategie gehören schliesslich moderne digitale Werkzeuge, womit sich etwa in Echtzeit Daten wie Energiezustand oder Reifendruck überwachen lassen, was bei Flotten eine höhere Effizienz und weniger Ausfälle bedeutet. Selbst eine KI-Sprachsteuerung ist einer der vielen Vorzüge dieses multifunktionalen Nutzfahrzeug-Sackmessers.
Kia PV5 Cargo ab Fr. 31 750.– (excl. MwSt.) Kia PV5 Passenger ab Fr. 38 950.– (inkl. MwSt.) Mehr Informationen: www.kia.ch