Ihre Bilanz fiel wenig schmeichelhaft aus, als Viola Amherd Ende März in Pension ging. Über die vielen Pleiten und Pannen der Mitte-Bundesrätin sah man hinweg. Immerhin habe sie die Abstimmung für neue Kampfflugzeuge gewonnen, anders als ihre Vorgänger, sagten ihre Begleiterinnen trotzig. Nun hat sich auch dieser vermeintliche Erfolg in Luft aufgelöst. Den Fixpreis, zu dem man die Jets gekauft haben wollte, gibt es nicht. Es ist der Tiefpunkt einer Bundesrätin, die von allen überschätzt wurde. Von allen? Weltwoche-Redaktor Hubert Mooser hatte früh vor ihr gewarnt. zur Story
VALENTIN FLAURAUD for SAYPE
Nicholas Farrell traf Boris Johnson zum ersten Mal, als dieser 1999 Chefredakteur der Zeitschrift Spectator wurde. Alles, was Johnson von seinem Mann in Italien wissen wollte, war: «Mamma mia! Warum bekommen italienische Frauen keine Kinder mehr?» Im Spätsommer 2003 gelang es Farrell irgendwie, Johnson ein Interview mit Italiens damaligem Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in dessen Palast an der sardischen Küste zu verschaffen. Die vierstündige Begegnung mit Silvio «Il Magnifico», wie er ihn nannte, löste einen gewaltigen Medienrummel aus und prägte sein Leben und auch das von Boris Johnson. Vermutlich ist es die gemeinsame Erinnerung an diesen unvergesslichen Tag auf Sardinien, die Johnson dazu bewogen hat, Farrell eines seiner seltenen Interviews zu gewähren. zur Story
Falls es ein weiteres Beispiel dafür braucht, dass schöne, leichte Kunst manchmal dank einer unschönen, schweren Ausgangslage entsteht – der Fotograf Slim Aarons lieferte es. In den Fotos des Amerikaners tun attraktive Menschen an attraktiven Orten attraktive Dinge, das heisst, hübsche Frauen und reiche Männer leben die Dolce Vita an Stränden und in Villen auf Capri, in Antibes und Palm Beach. Aarons, der das in endlos eleganten Bildern festhielt, schien Teil endlosen Sommers zu sein. Tatsächlich waren seine Herkunft und seine Lebensrealität der Gegenentwurf zum glanzvollen Schein. zur Story
Die erste Frage im Interview kann darüber entscheiden, wie das darauffolgende Gespräch verläuft. Als Mark van Huisseling dem CEO des Montreux-Jazz-Festivals in einem Lausanner Café gegenüber sass, stellte Mathieu Jaton die Einstiegsfrage: «Waren Sie schon öfter am Montreux Jazz?» – «Ja, alle paar Jahre fahre ich hin, beim ersten Mal, übrigens, habe ich die grossartige Band Talk Talk gesehen, das war 1986», antwortete unser Reporter. Chef Jaton war damals elf Jahre alt. Den Rest des (gut verlaufenen) Gesprächs über die Musikveranstaltung, die morgen beginnt, finden Sie ab zur Story
Manche Schriftsteller leiden an der Angst vor dem leeren Blatt. Philipp Gurt kennt dieses Gefühl nicht – ein weisses Blatt weckt in ihm das Bedürfnis, sogleich in die Tasten zu greifen. Er schreibt mehrere Krimis pro Jahr, die regelmässig an die Spitze der Bestsellerliste vorstossen. So auch «Engadiner Teufel», sein jüngster Streich. «Kreativität ist ein Geschenk», sagt Gurt im Gespräch. Als ehemaliges Heimkind ist er mit den Seelennöten der Menschen vertraut, über die er schreibt. «Verbrechen spielen in meinen Büchern eine eher untergeordnete Rolle, in erster Linie interessieren mich die vielschichtigen Charaktere.» Wir haben den Erfolgsautor zu Hause in Haldenstein nahe Chur besucht. zur Story
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